Die Zichorie - die Verwendung als leichtes Hausmittel

Bereits seit dem Mittelalter ist die Zichorie eine wertvolle und geschätzte Heilpflanze.


Die Zichorie oder auch Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) gehört zu den Korbblütlern und ist in Mitteleuropa an Wegrändern anzutreffen. Besser bekannt ist die Zichorie in ihrer Kulturform als Chicorée oder Radicchio, wo sie im 19. Jahrhundert erstmals im Botanischen Garten in Brüssel gezüchtet wurde. In Notzeiten wie Kriegen, wo Lebensmittel und vor Allem Genussmittel knapp waren, wurde die Wurzelzichorie als Kaffeeersatz verwendet. Heute besinnt man sich aber auf die Urform der Zichorie als wertvolles Heilkraut.

Merkmale der Pflanze
Die Zichorie ist eine staudenartige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu einem Meter erreichen kann. Sie hat einen kantigen Stängel mit vielen Verästelungen. Sie besitzt am Boden eine Blattrosette jedoch hat sie an den Stängeln nur wenige kleine Blätter. Dafür ist sie übersäht mit vielen Blüten, die aber nur bis zur Mittagszeit geöffnet sind. Die Blüte hat eine wunderschöne blaue Färbung und die Form eines Körbchens mit 3 bis 5 Zentimetern Durchmesser bestehend aus Zungenblüten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober, wo sie vor Allem Bienen und Schwebfliegen anlockt. Sie ist mit einer sehr tiefen Pfahlwurzel fest im Boden verankert und sondert einen bitteren milchigen Saft ab wenn man sie anschneidet. Die Wurzen beinhalten den Stoff Inulin und die Staude enthält neben vielen anderen Stoffen in erster Linie Bitterstoffe. Die Zichorie ist eine sogenannte Pionierpflanze, was bedeutet, dass sie sehr anpassungsfähig ist und bevorzugt trockene und nährstoffreiche Böden.

Verwendung als Heilpflanze
Bereits im Mittelalter rankten sich viele Sagen und Mythen um die Zichorie. Sie galt als Liebespflanze und sollte den Träger unverwundbar machen. Paracelsus benutze sie als schweißtreibendes Mittel und Kneipp bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Leber. Des Weiteren soll sie sich positiv aus Milz und Galle, sowie äusserlich bei Hautkrankheiten und Ekzemen. Die Art der Verwendung der Pflanze ist ebenfalls sehr vielfältig. So kann man das Kraut und die Blüten klassisch als Tee trinken. Aus der Wurzel kann man Saft gewinnen beziehungsweise eine Abkochung machen. Eine weitere Möglichkeit ist das Kraut und die Wurzeln in Alkohol anzusetzen. Wer es gerne etwas süßer hat kann auch die Blüten abzupfen und sie mit unraffiniertem Zucker im Mörser zerstoßen bis alles eine musartige Konsistenz hat. Anschließend stellt man alles in die Sonne zum Trocken. Der Zucker ist trocken aufbewahrt bis zu einem Jahr haltbar und kann zum Süßen von Tees oder Ähnlichem verwendet werden.