Dienstleistungsfirma gründen: Die ersten Schritte

Wer eine Dienstleistungsfirma gründen möchte, muss strategisch planen und sollte nicht in Konkurrenz zu seiner eigenen Angestelltentätigkeit agieren.


Eine Dienstleistungsfirma gründen ist einfach, sollte aber strategisch bedacht und geplant werden. Selbst wer eine richtig gute Geschäftsidee erdacht hat und eine Dienstleistungsfirma gründen möchte, muss sie erst in die Praxis umsetzen und langfristig zum Erfolg führen. Wer noch als Angestellter bei einem fremden Arbeitgeber beschäftigt ist, muss klären, inwieweit sein Arbeitsvertrag es erlaubt, sich noch anderweitig zu betätigen. Maßgebend ist im Allgemeinen, dass die angestellte Tätigkeit nicht unter der zeitlichen und körperlichen Belastung einer anderen Tätigkeit leiden darf.

Nicht ohne Eigenkapital starten
Wichtig ist, dass der Gründer über ein gewisses Eigenkapital verfügt und in der Lage ist, notwendigerweise anfallende Arbeitsmaterialien, Miete und Gebühren zu bezahlen. Mancher Unternehmensgründer ist schon daran gescheitert. Wer seine Dienstleistungen online anbieten möchte, benötigt einen leistungsfähigen Computer und teils entsprechende Software. Auch die notwendige Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit beim Gewerbeamt der örtlichen Stadtverwaltung kostet Gebühren. Das Gewerbeamt veranlasst die Anmeldung beim Finanzamt. Von dort wird automatisch eine Steuernummer zugeteilt. Außerdem muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem das Finanzamt die Details über die beabsichtigte Tätigkeit abfragt. Umsatzsteuerlich empfiehlt es sich, bei Umsätzen bis zu 17.500 Euro im Jahr auf die Kleinunternehmerregelung abzustellen. Sie erfordert keine Umsatzsteuervoranmeldungen, berechtigt aber auch nicht zur Geltendmachung von Vorsteuern.

Viele Kleinigkeiten machen den Erfolg aus
Sofern die Dienstleistung erlaubnispflichtig ist (Immobilienmakler, Vermittlung von Geldanlagen oder Kapital), muss vorher die behördliche Erlaubnis eingeholt werden. Wenn ein Büro benötigt wird, muss der Standort richtig geplant werden. Der Mietvertrag darf nicht langfristig festgeschrieben werden, damit im Notfall eine kurzfristige Kündigung möglich bleibt. Um sein Dienstleistungsangebot bekannt zu machen, sind geeignete Werbemaßnahmen zu planen. Zeitungsanzeigen und Werbebroschüren kosten am Anfang zu viel Geld, billiger sind Mundpropaganda oder eine eigene Webseite im Internet. Gut ist, ein Geschäftsgirokonto einzurichten, um private Ausgaben gesondert zu buchen. Für eine gute Kommunikation kann man auch auf einen bestehenden Telefonanschluss eine zusätzliche Nummer schalten lassen. Es sollte eine Telefaxleitung vorhanden sein, ebenso eine E-Mail-Adresse. Wegen der Erstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung kann man sich im Internet informieren. Auch sollte man zuerst die Dienstleistungsfirma gründen und erst nach ersten Erfolgen eine Angestelltentätigkeit kündigen, keinesfalls umgekehrt.