Dieselpreise - Alles rund ums Tanken

Dieselpreise: Als Ende der Neunziger Jahre auf einem Parteitag der Grünen gefordert wurde, Benzin müsse drei Mark kosten, rebellierte die ganze Nation.


Heute entsprechen die Dieselpeise – und mit ihnen die gesamten Kraftstoff- preise – etwa diesem Niveau. Und alle nehmen es fast klaglos hin. Dabei sind die Kraftstoffpreise – und damit Dieselpreise – ein wesentlicher Faktor in jenem Enkaufskorb, der der Berechnung der Inflations- rate zugrunde liegt. Dies umso mehr, als inzwischen fast 50 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge mit einem Dieselmotor angetrieben werden.

Die Dieselpreise beeinflussen die Lebensumstände fast jeden Bürgers
Deshalb ist die Tankstelle heute eines der unbeliebtesten Ziele beim täglichen Einkauf. Die Kraftstoffpreise steigen und fallen mehr oder minder täglich, oft sogar mehrmals am Tag. Am niedrigsten liegen die Dieselpreise meist am Montag. Angesichts dieses Wirrwarrs wurde in Österreich zu Jahresbeginn gesetzlich geregelt, dass die Kraftstoffpreise nur noch einmal am Tag, nämlich morgens, verändert werden dürfen. Schon vor Jahrzehnten wurde geregelt, dass die Anzeige der Preise – die heute elektronisch verändert wird – deutlich von weitem erkennbar sein muss. Überhaupt ist die Tankstelle von heute mit der vor 50 Jahren nicht mehr vergleichbar ist. Die lag mitten in der Innenstadt und verkaufte Benzin, Super und Diesel. Und nichts anderes – sieht man von Moped- und Zweitaktergemischen ab. Heute ist die Tankstelle ein kleines Kaufhaus, dessen Angebot von frischen Brötchen über Bier bis zu Wein und Fertiggerichten reicht. Der Anteil des Tankstellenpächters an den Dieselpreisen – wie an allen anderen Kraftstoffpreisen – beträgt ein Zehntel eines Cents. Leben kann er davon auch bei großen Umsätzen nicht.

Neue Kraftstoffsorten machen Mineralölfirmen das Leben schwer
Seit Jahresbeginn müssen die Mineralölfirmen die Kraftstoffsorte E 10 vorhalten. Und die will niemand haben. Des Preises wegen und der Furcht, der Motor könne diesen Biokraftstoff nicht vertragen. Zwar versichern die Autobauer, dass 95 Prozent ihrer Fahrzeuge diesen Kraftstoff problemlos vertragen, aber das glaubt niemand. Ohnehin ist E 10 noch nicht flächendeckend zu erhalten. Aber dort, wo es diesen Stoff gibt, bleiben die Vorratstanks voll. Und damit auch die in den Raffinerien. Schon kündigen die Mineralölfirmen an, dass sie bald die ersten Fertigungsstätten still legen müssen, weil die Tanks überquellen würden. Die Dieselpreise steigen und fallen derweil weiter.