Disziplin in der Erziehung ist eines der grundlegenden Werte überhaupt und scheint in vielen Elternratgebern das Schlüsselwort für eine reibungslose Erziehung zu sein. Logisch – verlangt man vom Kind blind zu gehorchen, ist dies für die Eltern natürlich auch viel einfacher als das Kind zum selbstständigen Handeln zu erziehen. Doch das Gehorchen darf in der Erziehung nicht das Wichtigste sein, denn so fällt es dem Kind schwer, Kreativität und Teamfähigkeit und – am wichtigsten von allem – Vertrauen zu entwickeln. Gerade kleinere Kinder sind schnell eingeschüchtert, wenn man Gehorsam von ihnen verlangt, deswegen sollte Disziplin keine zu große Rolle in der Erziehung spielen. Legen Eltern gesteigerten Wert auf blindes Gehorchen, nimmt bei den Kindern langsam die Wertschätzung für die Eltern ab. Außerdem wird es, je älter es wird, umso weniger gehorchen und sich immer weiter von den Eltern entfernen.
Disziplin in der Erziehung: Zuviel macht dumm
Strenge und Disziplin erschweren das Lernen, es ist wissenschaftlich belegt, dass glückliche Kinder, die keine Angst davor haben, bestraft zu werden, am erfolgreichsten lernen. Schließlich kann, nur wer an sich glaubt, auch über sich herauswachsen. Disziplin und Gehorsam machen nicht schlau, sondern Glück, Erfolgserlebnisse und angemessenes Lob.
Förderung statt Disziplin
Natürlich ist das Gegenteil von Disziplin nicht Disziplinlosigkeit. Wenn Kinder alles dürfen und keine Grenzen gesetzt bekommen, fehlt ihnen die Orientierung. Doch wird in der Familie zu viel Wert auf Disziplin gelegt, muss sich das Kind sehr stark anpassen und muss Angst vor Strafen haben. Wer in der Erziehung seiner Kinder mit Liebe erzieht, ihnen mit Achtung gegenübertritt, sie fördert, ihnen Struktur und Halt bietet, wird glückliche Kinder heranziehen. Finden Sie in der Erziehung eine Balance, stellen Sie klare nachvollziehbare Regeln auf, die eingehalten werden sollen. Doch alle Kinder sind unterschiedlich und verändern sich schnell, passen Sie Ihre Erziehungsmaximen also an die Persönlichkeit Ihrer Kinder an. Ermutigen und loben Sie Ihre Kinder, statt Ihnen immer wieder Grenzen aufzuzeigen. Muten Sie Ihren Kindern nicht zuviel zu, gestehen Sie ihnen Ruhezeiten zu, seien Sie ein Vorbild für Ihre Kinder.
Selbstdisziplin statt Disziplin
Viel wichtiger als dem Kind Disziplin abzufordern, ist es ihm zu vermitteln, wie wichtig Selbstdisziplin ist, also eigenverantwortliches Handeln und Durchhaltevermögen. Dies ist aber natürlich ein langer Prozess des Lernens, auch muss das Kind bereit sein, sich ändern zu wollen.