Don Kosaken - Geschichte der russischen Wehrbauern

Nicht nur in Russland und den Ländern der früheren Sowjetunion kennt man die Geschichte der Don Kosaken.


Das russische Zarenreich führte über Jahrhunderte eine strenge und gewalttätige Herrschaft. Der Reichtum des Zarenhauses, der aus der unermüdlichen Arbeit der Bauern gespeist wurde, die dabei selbst bettelarm blieben, wurde von den meisten Amtsinhabern des Zarentums mit aller Härte verteidigt. Im 15. Jahrhundert entschlossen sich Bauern am Dnjepr und am Don nicht länger untätig zuzusehen, wie sie und ihre Familien ausgebeutet und unterdrückt wurden. Sie schlossen sich zu einer Gemeinschaft zusammen, die ihre eigenen Regeln und Rechte aufstellte, deren Erhalt sie von der staatlichen Herrschaft entschlossen einforderten.

Von den wehrhaften Bauern zur Kavallerie des Zarenreiches
Die Zarin Katharina II. unterdrückte die wehrhaften Don Kosaken mit Gewalt aber ohne wirklichen Erfolg. Allerdings gelang es über die Jahre, ihre Kräfte in vielen Kämpfen zu schwächen. Später wurden die Don Kosaken endgültig befriedet, indem ihnen an den Grenzen des russischen Reiches eigene Gebiete zugewiesen und besondere Rechte gestattet wurden, während sie dafür im Gegenzug die Verteidigung der gefährdeten russischen Außengrenzen übernahmen.
Die Don Kosaken wurden zu den besten Reitern in der russischen Armee und kämpften während der Oktoberrevolution auf der Seite des Zaren gegen die Bolschewiki. Die Folge war Tod, Vertreibung und Flucht und erneute Unterdrückung der Don Kosaken.
Über Jahrhunderte hielten die ehemaligen Bauern aber an ihrem traditionellen Brauchtum und ihrer melancholischen und doch temperamentvollen Musik fest, wodurch sie vor allem im Ausland bekannt wurden.

Die Don Kosaken als Kämpfer des nationalsozialistischen Deutschland
Die weitere Geschichte ist eher unrühmlich und tragisch. Die vertriebenen und geflohenen Kosaken stellten sich im Zweiten Weltkrieg der deutschen Wehrmacht zur Verfügung, weil sie hofften, nach einem Sieg über Russland wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Es gab sogar eigene Regimenter, die ausschließlich aus den ehemals russischen Reitern zusammengesetzt waren.
Nach der deutschen Kapitulation wurden über 100.000 Kosaken von den Westalliierten an das stalinistische Russland ausgeliefert, die Offiziere wurden dort größtenteils zum Tode verurteilt, die unteren Ränge mit ihren Familien nach Sibirien deportiert.
Hier verlor sich das Kosakentum und zurück blieben lediglich Folkloregruppen, die bis heute Brauchtum und Musik der Don Kosaken am Leben erhalten.