Donauwalzer – zur Entstehungsgeschichte und dem Komponisten

Der Donauwalzer wurde im Jahr 1867 von Johann Baptist Strauss komponiert und ist eine Hymne Österreichs.


Der Donauwalzer von Johann Baptist Strauss, aus dem Jahre 1867, trägt den eigentlichen Titel „An der schönen blauen Donau“ und dauert in voller Länge neun Minuten. In Österreich wird diese Hymne traditionell zum Jahreswechsel gespielt.

Die Entstehungsgeschichte
Der eigentlich für den Wiener Männerchor komponierte Vokalwalzer, wurde am 15. Februar 1867 im Dianabad in Wien uraufgeführt und hatte zuerst nur mäßigen Erfolg. Im selben Jahr trat Strauss auf der Weltausstellung in Paris auf und spielte eine instrumentale Version der Komposition, die jedoch sofort erfolgreich wurde. Bis heute wird der Donauwalzer überwiegend als Orchesterwalzer aufgeführt. Franz von Gernerth dichtete 1889 einen neuen Text zu dem Stück. Diese heimlich Volkshymne Österreichs, wurde 1945 in Ermangelung einer Nationalhymne, bei der Unabhängigkeitsproklamation gespielt. Noch heute wird der Donauwalzer alljährlich zu Neujahrsbeginn vom österreichischen Rundfunk gesendet.

Der Komponist
Der Wiener Komponist und Kapellmeister Johann Baptist Strauss wurde am 25. Oktober 1825 geboren. Sein Vater, welcher ebenfalls Komponist war, hatte für ihn die Beamtenlaufbahn vorgesehen. Die Mutter ermöglichte ihm jedoch ein Musikstudium und nach dem endgültigen Bruch mit seinen Eltern, begann Johann Baptist Strauss Konzerte zu geben. Nach seinem ersten, sehr erfolgreichen Auftritt im Casino Dommayer, folgte eine Tour durch ganz Europa und Nordamerika. Als 1849 sein Vater starb kehrte er zurück nach Wien und übernahm dessen Orchester. Von 1863 bis 1871 war er als Hofball-Musikdirektor tätig. Nach seiner gewünschten Enthebung von diesem Posten, wurde ihm für seine Verdienste der Franz-Joseph-Orden verliehen. Der bis zu diesem Zeitpunkt nur Tanzmusik komponierende Strauss, traf 1871 Jacques Offenbach und wurde von ihm inspiriert, eine Operette zu schreiben. Drei Jahre später wurde „Die Fledermaus“, die wohl bis heute bekannteste Operette überhaupt, erfolgreich uraufgeführt und Strauss galt damit als Begründer der goldenen Ära der Wiener Operette. Insgesamt komponierte Strauss etwa 500 Walzer, Quadrillen und Polken, 20 Operetten, eine Oper sowie ein Ballett. Er war drei Mal verheiratet, blieb jedoch kinderlos. 1887 gab er die österreichische Staatsbürgerschaft auf und wurde Bürger des Herzogtums Sachsen-Coburg. Außerdem konvertierte er zum evangelischen Glauben. Nur so konnte er seine dritte Frau, Adele Deutsch, heiraten. Am 3. Juni 1899 starb Johann Baptist Strauss an einer Lungenentzündung und wurde im Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. In Wien erinnern zahlreiche Gedenktafeln und Denkmäler an den großartigen Komponisten, zu dessen bekanntesten Werken vor allem der Donauwalzer zählt.