Doppelname: Erlaubt und wieder abgeschafft

Alles andere als durchsichtig und schon gar nicht als gerecht, wird das deutsche Namensgebungsgesetz gehalten – die Betroffenen sind damit sehr unzufrieden.


Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat in dem kurzen Zeitraum von nur sechs Jahren das Gesetzt zur Namensgebung dreimal geändert. 1991 entschloss man sich den Doppelnamen zu erlauben, 1994 kam die erste Änderung und seit 01. Juli 1998 ist die Änderung erneut geändert worden. Vor allem Kinder sind oft von dem Erhalt bei Doppelnamen betroffen. In einem Fall sollte das etwas später geborene Kind einen anderen Namen erhalten als das erstgeborene. Dass die Eltern darüber äußerst unglücklich waren, lässt sich nachvollziehen. Nach langem Warten und der Änderung von 1998 kann nun auch das zweite Kind den Namen von Mutter und Vater tragen, auch um sich mit der Familie, respektive mit den Geschwistern zu identifizieren. Allerdings gilt diese Regelung nur, wenn bereits ein Kind einen Doppelnamen trägt. Sie ist die berühmte Ausnahme von der Regel, weil die Eltern dies gerichtlich eingeklagt hatten.

Welche Regelung das Gesetz jetzt vorsieht

Für die Namensgebung gilt weiterhin, es gibt nur einen Familiennamen. Egal, ob den des Vaters oder den der Mutter, so viel Flexibilität billigt man den Eltern noch seitens der Gesetzgebung zu. Kann aber bei den Eltern keine Einigung erzielt werden, welchen Namen das Kind tragen soll, dann wird das Vormundschaftsgericht zur Lösung herangezogen und bestimmt ganz einfach den Namen.

Die Regelung für den Doppelname in Europa

Leider kann man auch keinen europäischen Vergleich heranziehen, denn in den verschiedenen Ländern unseres vereinten Europa gelten in fast jedem Staat andere Gesetze. Es gibt Länder, so zum Beispiel in Spanien und Portugal, da bekommen die Kinder ganz automatisch einen Doppelnamen. In England überlässt man die Frage, ob Doppelnamen, den Nachnamen der Mutter oder des Vaters den Eltern. Ganz extrem wird es, wenn die Eltern verschiedener Nationalitäten haben, wie in einem Fall in Belgien, da gibt es für die in Belgien geborenen Kinder belgische Namen, hier den des Vaters, und in Griechenland heißen sie wie die griechische Mutter.
Und da alle Beteiligten mit dem Gesetz sehr unzufrieden sind, wird es wohl immer wieder die Gerichte, unter anderem auch den Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigen eine Lösung zu finden. Denn gerade von diesem Hohen Gericht in Europa erwartet man eine für alle Beteiligten optimale Rechtsprechung, die dann durchaus in ganz Europa Anwendung finden könnte.