Dreadlocks selber machen

Wer sich Dreadlocks selber machen will, muss zuerst die Haarsträhnen gleichmäßig aufteilen und bis zum Verfilzen fixieren.


Sie wollen Dreadlocks selber machen? Na, dann los:

Zunächst müssen Haarsträhnen gleichmäßig aufteilt und bis zum Verfilzen fixiert werden. Die Basis jeder Strähne kann nach Wunsch rund oder quadratisch geformt sein. Um gleichmäßig arbeiten zu können, empfiehlt sich ein Stielkamm. Das vorherige, vollständige Aufteilen verhindert, dass dünne Strähnen „überbleiben“ oder die Dreads unterschiedlich dick werden. Zu Bedenken ist, dass dicke Dreads schneller verfilzen als dünne und die Dreads selbst dicker werden, als es die abgeteilten Haarsträhnen sind. Als Richtwert kann hier der kleine Finger dienen.

Backcombing-Methode
„Backcombing“ bedeutet „Zurückkämmen“, entsprechend werden nun die einzelnen Strähnen in die Hand genommen, stramm vom Kopf weggehalten und entgegen der Wuchsrichtung toupiert. Man beginnt am Haaransatz und arbeitet sich zu den Haarspitzen vor, wobei jedes Mal ein paar Haare losgelassen werden, die sich durch das Toupieren verfilzen und so den Dread bilden. Dieser sollte natürlich rund sein, weswegen das entstehende Knäuel immer wieder mit der Hand geformt, angezogen und gegen den Strich gekämmt werden sollte.

Strähnchen-Methode
Hierbei werden die Strähnen einzeln in die Hand genommen und deren Spitzen kräftig mit den Fingern gezwirbelt, bis verfilzte Knoten entstehen. Durch Auseinanderziehen der Strähne wandern diese an den Ansatz, was solange wiederholt wird, bis ein Dread entsteht. Die Strähnchen-Methode ist besonders für den Ansatz zu empfehlen, während die Längen schneller mittels Backcombing verfilzen.

Alternative Methoden
Das Verfilzen der Haare kann auch durch aggressives Rubbeln und anschließendes Reißen von Strähnen ohne zusätzliches Werkzeug, Eindrehen und dem Verzicht auf das Kämmen und das Einflechten von Zöpfen, die nicht mehr aufgelöst werden, erreicht werden. Da europäisches Haar jedoch deutlich glatter als afrikanisches ist, kann dies sehr lange dauern und muss nicht zwangsläufig zum Erfolg führen.

Behandlung der Spitzen und regelmäßiges Nacharbeiten
Da die Spitzen nur schwer verfilzen, können diese umgeknickt und mit einem Gummi oder Bindfaden sehr stramm an den Dread gebunden werden. Mit der Zeit wird sich die Spitze ebenfalls verfilzen, was durch wiederholtes Rubbeln zwischen den Fingerspitzen beschleunigt wird. Eine andere Möglichkeit stellt das „Einhäkeln“ dar. Hierbei wird eine Häkelnadel durch den Dread gesteckt, die unverfilzte Spitze eingehakt und mehrmals durch den Dread gezogen, sodass dessen Ende rund wird und keine einzelnen Haare mehr abstehen. Da die Haare natürlich weiterwachsen und sich Verfilzungen partiell wieder lösen können, müssen die Längen und vor allem der Haaransatz regelmäßig nachgefilzt werden, wozu die Backcombing- Methode am besten geeignet ist.

Dreadlocks selber machen oder einen Fachmann hinzuziehen?
Generell kann man sagen, dass selbstgemachte Dreads meist besser werden, als solche aus dem Friseursalon oder Afro-Shop, da dort nicht selten weniger gründlich gearbeitet und nebenbei gewünscht wird, dass der Kunde zum Korrigieren wiederkommt. Davon abgesehen haben viele normale Friseure eine ausgeprägte Abneigung gegen Dreadlocks, da sie keine brauchbare Arbeitsgrundlage darstellen. Viele Friseure lernen die Technik des Verfilzens ohnehin nicht in ihrer Ausbildung.

Dreaden ein zeitaufwendiger Prozess
Unabhängig davon, für welche Technik des Verfilzens man sich letztendlich entscheidet, für den eigentlichen Herstellungsprozess müssen einige Stunden eingeplant werden. Daher ist es empfehlenswert, sich von Freunden dabei helfen zu lassen. Stilgerecht ist dabei natürlich das Hören von einschlägigen Reggae-Platten oder das Schauen entsprechender Filme, damit keine Langeweile aufkommt. Da die Haarwurzeln über lange Zeit durch das Ziehen und Kämmen belastet werden, lassen sich Schmerzen weder beim Fachmann noch bei der Heimarbeit vermeiden.