Drei Phasen - Günstiger Bauen mit Bausparen

Ein Bausparvertrag teilt sich in drei Phasen. In der ersten Phase - der Sparphase - wird der Kredit durch vermögenswirksame Leistungen oder monatliche Sparbeiträge bespart.


In Deutschland besteht seit vielen Jahrzehnten die Tradition des Bausparens. Wie bei Versicherungen funktioniert auch das Bausparen durch das Solidarprinzip. Viele Sparer zahlen in einen "Finanztopf" ein und erhalten daraus später eine Leistung. So können sie sich den Traum von den eigenen vier Wänden schneller verwirklichen, als wenn jeder für sich selbst sparen würde.
 
Der Staat fördert dieses Prinzip, indem er dem Bausparer Zulagen auf seine Einzahlungen gewährt. Einen zusätzlichen Anreiz bieten vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber oder Ausbildungsbetrieb.
 
Bausparen läuft in drei Etappen ab. Auf die Sparphase folgen die Zuteilungsphase und die Darlehensphase. Zuerst wird Kapital angespart. Sobald eine bestimmte Mindestsumme und eine Mindestspardauer erreicht ist, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Anschließend bestimmt die Bewertungszahl, wann der zuteilungsreife Vertrag letztendlich ausgezahlt wird. Den genauen Zeitpunkt der Auszahlung können die Bausparkassen bei Vertragsabschluss noch nicht angeben.

In der Sparphase gibt es Geschenke vom Staat

Vor dem Abschluss eines Bausparvertrags sollte man sich genau überlegen, wie viel Geld benötigt wird. Dabei spielen der Preis des Eigenheims und das vorhandene Eigenkapital eine Rolle.
 
Die Ansparphase beginnt mit Abschluss des Bausparvertrags. Dies kann bereits in jungen Jahren geschehen, auch wenn noch kein konkretes Bauvorhaben geplant ist. Es wird festgelegt, wie viel insgesamt angespart werden soll und wie viel der Kunde dazu monatlich einzahlen muss.
 
Für den Vertragsabschluss wird eine Gebühr fällig, die zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme liegt. Durch vermögenswirksame Leistungen und staatliche Zulagen wird der monatliche Beitrag aufgestockt. In der Sparphase erhält der Bausparer auf sein Guthaben Zinsen zwischen 1 und 3 Prozent. Er muss allerdings auch Kontoführungsgebühren bezahlen. Der Bausparer ist nicht verpflichtet, Beiträge zu zahlen. Allerdings muss bei unregelmäßigen Zahlungen mit einer erhöhten Wartezeit gerechnet werden, was die Finanzierungskosten in die Höhe treibt.
Wenn 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht ist, beginnt die Zuteilungsphase.

Nach dem Sparen wird gewartet - Zuteilungsphase

Die Zuteilungsphase beginnt, wenn der Kunde einen vorher festgelegten Mindestbetrag angespart hat. Außerdem müssen seit Vertragsabschluss mindestens 18 Monate vergangen sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass eine bestimmte Zielbewertungszahl erreicht wurde. Diese gibt an, wie viel der Bausparer für das Kollektiv geleistet hat und in welcher Reihenfolge das Guthaben von der Bausparkasse ausgezahlt wird. Das ist erst dann möglich, wenn ausreichend neue Bausparverträge abgeschlossen wurden und bei der Bausparkasse genug Geld vorhanden ist.
 
Deshalb wird der Zeitpunkt der Zuteilung von der Bausparkasse jährlich individuell festgelegt. Die Zuteilungsphase kann unter Umständen durch Sonderzahlungen vom Bausparer verkürzt werden, wenn zum Beispiel der konkrete Zeitpunkt des Baubeginns feststeht.

 
Wird beispielsweise ein Bausparvertrag im Alter von 18 Jahren abgeschlossen und mit 28 Jahren zum Zeitpunkt der Familiengründung gebaut, kann der Bausparvertrag ideal in die Gesamtfinanzierung eingeplant werden. Bei der Auszahlung wird eine Gebühr von 2 bis 3 Prozent der Darlehenssumme berechnet.

Die Darlehensphase, schnell und günstig finanzieren

Der Bauherr kann sich entscheiden, ob er 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme ansparen möchte. Der Rest wird nach der Ansparphase als Bauspardarlehen ausgezahlt. Der Bausparer kann von vorne herein die Höhe von Zinsen, Tilgung und monatlichem Sparbetrag vertraglich festlegen. Die Guthabenzinsen für die Ansparphase stehen dabei mit den Darlehenszinsen in direktem Zusammenhang. Je höher die Guthabenzinsen sind, desto höher liegen die Darlehenszinsen. Vorteil des Bausparvertrags sind die im Vergleich zu klassischen Hypothekendarlehen geringeren Finanzierungskosten und die Möglichkeit der nachrangigen Besicherung. Dabei wird im Falle einer Zwangsversteigerung das Darlehen nachrangig bedacht.

Weiterer Vorteil ist die Möglichkeit von Sondertilgungsraten und vorzeitiger Tilgung, ohne das Vorfälligkeitsentschädigung verlangt werden. Die Dauer der Darlehensphase hängt ebenfalls vom Bauspartarif ab. Im Durchschnitt beträgt sie elf Jahre, unter Umständen können es aber auch bis zu 25 Jahre sein. Sobald das Darlehen vollständig zurückgezahlt wurde, erhält der Bausparer die Sicherheiten zurück, mit denen es abgesichert wurde.