Drucklufthammer - Anwendungsbereiche und Wissenswertes

Ein Drucklufthammer ist für viele Leute nicht mehr als eine Ursache für Lärmbelästigung. Zu Unrecht eilt diesen eigentlich enorm nützlichen Maschinen ein schlechter Ruf voraus.


Ob man es tolerieren oder sich darüber beschweren mag – der Drucklufthammer gehört zum Straßenbild des 21. Jahrhunderts. Ein Drucklufthammer ist bei verschiedenen Anwendungen unverzichtbar geworden.

Funktionsprinzip und Anwendung
Warum der Presslufthammer für diverse Anwendungsbereiche so ausgezeichnet geeignet ist, lässt sich durch sein enorm effektives Funktionsprinzip erklären. Nach Betätigung des Startvorgangs beginnt ein Kompressor, Luft mit extrem hoher Dichte zu erzeugen. Die komprimierte Luft wird anschließend über einen Schlauch in den eigentlichen Drucklufthammer geleitet. Mit Hilfe eines Ventils kann man nun regeln, wann Luft in den sogenannten Arbeitszylinder weitergeleitet werden soll. Bewegt sich dieser Arbeitszylinder, so wird ein Kolben durch das Einströmen der Luft beschleunigt. Der Kolben ist so ausgerichtet, dass er mit extrem hoher Geschwindigkeit in Richtung der Meißelspitze geschossen werden kann. Innerhalb der Meißelspitze befindet sich ein Schlagstück, welches die Bewegungsenergie des Kolbens beim Auftreffen in einen Impuls umwandelt. Man bezeichnet diese Impulsenergie als Schlagenergie. Diese Energie wird letztendlich vom Meißel auf das zu bearbeitende Material abgegeben. Das Material kann beispielweise ein brüchiger Straßenbelag sein, der entfernt werden soll. Da es sich beim Schlagenergieverfahren um ein einfach zu konstruierendes Prinzip handelt, können Drucklufthämmer bereits zu moderaten Preisen erworben werden. Ein Drucklufthammer zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass er zu den sogenannten „mobilen Maschinen“ gehört. Er ist also von einer einzelnen Person transportierbar. Daraus resultiert der Vorteil, dass ein Drucklufthammer auch in schwer zugänglichen Gebieten verwendet werden kann. Dies machte man sich bereits im frühen 19. Jahrhundert zu Nutze: im Bergbau schätzte man die Flexibilität dieser Maschine, die trotz ihres niedrigen Gewichtes ausgezeichnete Arbeit leistete. Sie konnten auch in den engsten Schächten ohne Probleme verwendet werden. In abgewandelten Formen spannte man darüber hinaus Drucklufthämmer in Stativkonstruktionen, um die entstehenden Kräfte besser kontrollieren zu können. Heute ist dies kaum noch nötig, da ein moderner Drucklufthammer in der Regel über Vorrichtungen verfügt, die zu einer maßgeblichen Rückstoßreduzierung führen. Die Mobilität eines Drucklufthammers ist aber unverändert vorteilhaft geblieben. Bei Abrissvorgängen an Gebäuden ist es möglich, Bereiche zu bearbeiten, die für normale Abrissgeräte nicht erreichbar sind.

Nachteile und Risiken
Die Arbeit mit einem Drucklufthammer birgt heute ein deutlich geringeres Gefahrenpotenzial. Trotz verbesserter Technik ist es aber bisher nicht gelungen, alle Gesundheitsrisiken vollständig zu beseitigen. Das vibrationsbedingte vasospastische Syndrom tritt nach wie vor häufig bei Berufen auf, die die Arbeit mit Drucklufthämmern erfordern. Die Krankheit ist mit Durchblutungsstörungen im Handbereich verbunden. Des Weiteren entstehen beim Arbeiten mit einem solchen Hammer mitunter Lautstärken von bis zu 110 Dezibel, wodurch das Gehör dauerhaft geschädigt werden kann. Ein Gehörschutz ist also Pflicht.