Duckomenta - eine Parodie auf die Documenta

Die moderne Wanderausstellung Duckomenta vereint Comics und weltbekannte Kunstwerke.


Kaiserin Sissi, Mona Lisa, Napoleon und Nofretete haben eines gemeinsam: einen Schnabel. Zumindest in der aufsehenerregenden Wanderausstellung Duckomenta, die seit Jahren in Europa unterwegs ist. Dort werden klassische Kunstwerke auf innovative und unterhaltsame Art neu interpretiert, indem sie mit den weltberühmten Comic-Helden aus Entenhausen kombiniert werden.

Kunstgeschichte neu geschrieben
Seit 1986 malt und gestaltet die Künstlergruppe interDuck die verschiedensten Kunstwerke so um, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. In über zwei Jahrzehnten hielten dabei vor allem Donald und Daisy Duck, manchmal aber auch Mini und Micky Maus, Einzug in etwa 400 kreative Ausstellungsstücke. Das Team hinter interDuck fragte sich, was passiert wäre, wenn Künstler vergangener Zeiten genau wie sie Comic-Fans gewesen wären. In acht Räumen beantworten sie sich die Frage selbst und lassen den Besucher in ihre eigene Version von 5.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte eintauchen. Neben den Kunstwerken runden kurze Informationstexte die Duckomenta ab. Auf dieser kulturellen Reise der etwas anderen Art gibt es nichts, was es nicht gibt, schließlich finden sich die Enten und Mäuse aus dem Hause Disney überall wieder. Ob Ötzi aus der Jungsteinzeit, das Trojanische Pferd, Leonardo da Vincis Abendmahl, eine Buddha-Figur, Vincent van Goghs Selbstportrait oder Ché Guevara – Gemälde, Skulpturen, Plakate und archäologische Fundstücke aus den unterschiedlichsten Epochen und Stilrichtungen geben einen vielseitigen Einblick in die Enten-Welt.

Ironisch und unterhaltsam
Der Name verrät bereits, dass das Projekt eine humoristische Anspielung auf die Documenta ist. Diese Ausstellung, die alle fünf Jahre in Kassel stattfindet, nimmt sich in ihrer Präsentation zeitgenössischer Kunst selbst sehr ernst. Ganz anders das Enten-Pendant, das selbstironisch die Amerikanisierung der europäischen Kunst und Kultur parodiert. Die Frage nach Kitsch oder Kunst stellt sich so gar nicht erst. Die Ausstellungsstücke, die nicht am Computer bearbeitet, sondern per Hand gemalt oder geformt werden, zeugen eindeutig von künstlerischem und handwerklichem Talent. Die Köpfe der Comic-Figuren sind mit passender Perspektive und richtigen Proportionen farblich und stilistisch genau in jedes Werk eingearbeitet. Dem Besucher präsentiert sich dabei gut gemachte Unterhaltung. Bis zum 1. Mai 2011 ist die Duckomenta noch im Römer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim zu sehen.