Durchfälle nach dem Essen - da können oft schon einige kleine Verhaltensänderungen helfen das sogenannte Reizdarm-Syndrom zu bekämpfen.
Der Darm ist das zweite Gehirn des Menschen, lautet ein altes Sprichwort. Durchfall hat oft eher seelische Ursachen wie Stress und Sorgen. In- zwischen ist laut medi- zinischer Forschung jeder fünfte Mensch betroffen, Frauen häufiger als Männer: Die Fachwelt nennt es Reizdarm-Syndrom. Der Patient schämt sich und leidet. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, das Problem Durchfälle nach dem Essen in den Griff zu bekommen.
Den Darm besser kennenlernen
- Bei der normalen Verdauung sorgt ein Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Hormonen dafür, dass sich der Dickdarm mehrmals täglich unbemerkt zusammenzieht (Peristaltik) und die verdaute Speise weiter Richtung "Ausgang" befördert. Bei einem Reizdarm ist dieses Zusammenspiel gestört. Meistens macht sich das durch diffuse Unterbauchbeschwerden in der linken Bauchhälfte bemerkbar. Die Krämpfe sorgen dafür, dass die Nahrung zu schnell weitertransportiert, Wasser nicht in ausreichendem Maße von den festen Bestandteilen aufgenommen wird.
- Viele Patienten klagen über Übelkeit, Sodbrennen, Schluck- beschwerden, Depressionen. In den meisten Fällen tritt der Durchfall nach der Einnahme von Mahlzeiten auf. Die Patienten denken dann oft an eine Nahrungsmittelunverträg- lichkeit. Die kann natürlich in dem Symptomkreis eine Rolle spielen. Aber ein gereizter Darm reagiert natürlich sensibler auf bestimmte Speisen als ein normal funktionierender. Die Fachwelt ist sich inzwischen einig, dass Durchfälle nach dem Essen auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sind.
Die Diagnostik erfolgt über exakte Ausschlussverfahren
- Da es bei Durchfälle nach dem Essen noch kein spezielles Diagnostikverfahren gibt, gehen die Mediziner das Problem durch ein Ausschlussverfahren an. Zunächst suchen sie nach körperlichen Erkrankungen. Erst wenn diese nicht zu ermitteln sind, der Darm also eigentlich gesund ist, spricht man von einem Reizdarm-Syndrom.
- Diesem kann nähern sich die Mediziner durch eine Anamnese der persönlichen Lebensumstände des Patienten an. Hat er extrem große Sorgen oder Stress? Dann gilt es, die Stressoren durch autogenes Training, progressive Muskelent- spannung, Meditation oder Yoga zu minimieren.
- Der Patient wird auch gebeten, genau zu beobachten, welche Nahrungsmittel er zu sich genommen hat, bevor der Durchfall wieder einsetzt. Diese Nahrungsmittel sollten dann zunächst gemieden werden. Rauchern wird empfohlen, den Tabak komplett zu streichen, weil er die Reizzustände in jedem Fall begünstigt. Bei länger andauernden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.