Dysthymie

Die Dysthymie ist einer Abart der Depression.


Die Dysthymie ist eine Sonderform der typischen Depressionen, sie ist eine chronisch depressive Verstimmung. Sie wird auch neurotische Depression, depressive Neurose, depressive Persönlichkeitsstruktur oder depressive Charakterneurose genannt.

Vielfältige Symptome
Grund für die Vielfalt der Titel ist, dass es sich nicht nur um einzelne Lebenssituationen handelt, sondern das ganze Leben von dieser psychischen Verfassung durchzogen ist. Meist sind die Menschen, die eine Dysthymie haben, still und sehr zurückhaltend. Sie stellen eine geringe Erwartung an das Leben. Der unter Dysthymie leidende Mensch hat eine krankhafte Neigung zu traurigen Stimmungen. Der Betroffene leidet mindestens zwei Jahre lang fast täglich an dieser Bedrücktheit. Dabei sind die Symptome aber nicht so stark ausgeprägt wie bei einer Major Depression, sie dauern aber sehr viel länger an. Erkrankte fühlen sich meist unfähig für die Aufgaben des Alltagslebens, können nichts mehr richtig genießen. Sie fühlen sich energie- und kraftlos. Sie reagieren oftmals schnell gereizt und haben große Probleme Entscheidungen zu treffen. Für den Betroffenen sind die Verhaltensweisen, die er an den Tag legt, sichtbar, aber dass diese krankhafter Natur sein könnten, kommt ihm nicht in den Sinn. Er denkt, er wäre eben einfach so langweilig, fasst die Symptome als Charakterzug auf.

Reaktion der Außenwelt
Von der Außenwelt wird ein Betroffener meist als Pessimist geoutet, dieses Unverständnis macht die Situation für die erkrankte Person nur noch schlimmer. Personen, die an Dysthymie erkrankt sind, erleben zwischen den depressiven Verstimmungen durchaus auch einige angenehmere Tage. Allerdings überwiegt die Müdigkeit und Niedergeschlagenheit bei dieser Krankheitsform. Meist ist das Selbstwertgefühl stark gestört, der Betroffene leidet an Selbstzweifeln, Angst und ist von Unsicherheit geprägt. Häufig treten neben den Verstimmungen auch körperliche Beschwerden auf. Jedoch sind Selbstmordgedanken und ständig negatives Denken sowie Selbstschuld bei der Dysthymie nicht zu finden. Diese Depressionsform betrifft in erster Linie junge Erwachsene. Die Intensität der Störung variiert dabei ständig. Auffallend ist, dass Menschen, die Schwierigkeiten im Berufs- und Gesellschaftsleben haben, häufig an dieser Depressionsform erkranken. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe des Lebens einmal an Dysthymie.