Der Sonnenhut – wie Echinacea aus botanischer Sicht heißt – ist schon seit vielen Jahrhunderten als Heilmittel bekannt. Bereits die amerikanischen Ureinwohner nutzten die vielfältigen Wirkungen der Pflanze. Nachdem sie die Pflanze zwischen Steinen zerrieben hatten, behandelten sie mit dem daraus entstandenen Brei äußerliche Wunden, Mumps, aber auch Zahn- und Halsschmerzen. Sogar bei Schlangenbissen kam Echinacea zum Einsatz. Heute wird die Pflanze beziehungsweise Teile von ihr als unterstützendes Mittel bei Atemwegs- und Harnwegsinfekten verwendet, aber auch bei schlecht heilenden Wunden konnten positive Ergebnisse bei der Heilung beobachtet werden. Bekannt ist Echinacea aber vor allem im Zusammenhang mit Erkältungen. Regelmäßig eingenommen, soll der Extrakt zur Stärkung des Immunsystems beitragen und so Infektionen effektiv vorbeugen. Doch ganz unumstritten ist Echinacea nicht. Während einige Menschen von der Wirkung sowohl als Vorbeugung als auch Heilmittel bei einer Infektion überzeugt sind, führen wiederum andere Studien an, in denen jegliche Wirkungen der Pflanze bestritten werden. Eine eindeutige Sprache sprechen auch die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen nicht.
Wirkung
Echinacea ist ein sogenanntes pflanzliches Immunstimulans und soll auf das unspezifische Immunsystem wirken, also in einer Vermehrung der weißen Blutzellen resultieren. Da diese speziellen Zellen vor allem für die Vernichtung von Fremdkörpern – also auch Krankheitserregern – zuständig sind, können Bakterien und Viren schneller und besser aus dem Körper entfernt werden.
Das richtige Produkt
Echinacea-Produkte sind nichts anderes als verarbeitete Pflanzenteile (Extrakte) des Sonnenhuts. Wenn Sie etwas zur Stärkung des Immunsystems tun möchten, müssen Sie auf die Packungsangaben achten, denn Echinacea ist nicht gleich Echinacea. Hersteller verarbeiten zum einen immer andere Sorten des Sonnenhuts, zum anderen kommen verschiedene Bestandteile der Pflanze in die Packung. Zusätzlich nutzen die Hersteller verschiedene Herstellungstechniken, sodass der Wirkstoff manchmal in Alkohol gelöst, mal als getrocknete Pflanze oder als Saft verkauft wird. So kann es passieren, dass Sie bei Produkten verschiedener Hersteller unterschiedliche Wirkungen feststellen werden.
Wirksamer Schutz gegen eine Erkältung?
Viele Studien beschäftigten sich bereits mit der Wirksamkeit von Echinacea-Produkten auf die Erkältungsvorbeugung. Gesichert scheint zu sein, dass der Infektionsweg über die Wirksamkeit entscheidet. Während Echinacea bei Rhinoviren kaum Effekte zeigte, waren die Wirkungen bei anderen Erkältungsviren schon bedeutend größer ausgeprägt. Auch die gemeinsame Einnahme von Echinacea und Vitamin C trägt zu einer Wirkungssteigerung bei.
Zwar kann man feststellen, dass der Ausbruch einer Erkältung nicht verhindert werden kann, jedoch der Krankheitsverlauf selbst günstig beeinflusst wird. So kann die regelmäßige Einnahme bestimmter Echinacea-Produkte die Krankheitsdauer verkürzen und zudem die Beschwerden mildern. Wichtig ist hierbei jedoch, dass Echinacea so früh wie möglich zum Einsatz kommen sollte, denn nur so kann die Krankheitsdauer auch wirklich verkürzt werden. Sobald Sie bemerken, dass Sie sich unwohl fühlen und eventuell eine Erkältung im Anmarsch ist, sollten Sie mit der Einnahme beginnen. Jedoch empfiehlt es sich, Echinacea-Produkte niemals länger als fünf Wochen einzunehmen.