Eduard Mörike: ein faszinierender Dichter im Portrait

Die Suche nach dem Idyll und die Zweifel am Leben, prägten das Werkschaffen des Eduard Mörike, einem der bedeutendsten Literaten Deutschlands


Als typischer Vertreter des Biedermeier, einer Kunstform, die das Private und die heimatliche Idylle sucht, dichtete er das vielleicht bekannteste Frühlingsgedicht in deutscher Sprache. Und dennoch ist „Er ist´s“ nur eine Facette von Eduard Mörike. Denn viele Krankheiten und unglückliche Liebesbeziehungen ließen ihn nie los.

Mörike suchte nach Ruhe in seinem Leben.
Er war das siebte Kind seiner liebenden Mutter und seines Vaters, der früh verstarb. Nach einer quälenden Schullaufbahn, in der er sich mehr für die Natur als den Unterricht interessierte, studierte er in Tübingen Theologie. In dieser Zeit lernte er sowohl viele spätere Freunde, als auch die erste Liebe seines Lebens kennen. Seine Beziehung zur geheimnisumwitterten Maria Meyer ist wie ein Spiegel seines ganzen Lebens: Er fühlte seine Existenz, die Ordnung seines Lebens, durch die junge Frau bedroht, und war doch magisch zu ihr hingezogen. Diese faszinierende Suche nach sich selbst, stürzte ihn in eine erste Sinnkriese. Hier entstand der Zyklus der Peregrina-Gedichte. Die Theologie ließ ihn ebenfalls oft zweifeln, und er war niemals glücklich mit dem Beruf des Pfarrers.

Sein weiteres Leben war geprägt von vielen Rückschlägen.
Viele Erkrankungen schwächten Eduard Mörike immer wieder. Und auch seine folgenden Liebesbeziehungen standen unter keinem guten Stern. Eine Verlobung wurde gelöst und seine Ehe 1851 scheiterte. Prägend für den hoch gebildeten, intellektuellen und sehr emotionalen Eduard Mörike war seine Beziehung zu seiner Schwester und seinem älteren Bruder Karl.

Eduard Mörike suchte immer nach der wahren Poesie.
Er wünschte sich ein Leben in Harmonie und war dennoch oft innerlich zerrissen. Sein Interesse für die Politik war groß, doch mehr beschäftigte ihn die Muse, die ihn zu einem der gefühlvollsten Lyriker des 19. Jahrhunderts machte. Seine Begeisterung für Mozart äußerte er in der Novelle „Mozart auf der Reise nach Prag“. Im Kontakt mit führenden Schriftstellern der damaligen Zeit, wie Storm oder Hebbel, konnte er sein Können ganz entfalten. Und dennoch blieb die ewige Sehnsucht nach dem Ausbruch aus der Ordnung seines Lebens, das ihn durch Krankheit und seinen ungeliebten Beruf schwächte. Eduard Mörike wird noch heute mit vielen Preisen gedacht, seine unvergesslichen Werke sind weltbekannt.