Effektenbörse: Das müssen Sie über die Aktienbörse wissen

An der Effektenbörse werden nicht nur Aktien gehandelt, sondern auch Anleihen, Zertifikate und Fonds. Immer häufiger über elektronische Handelsplattformen.


Effekten nennen die Börsianer leicht handelbare Wertpapiere. Der Begriff Effektenbörse ist somit gleichbedeutend mit Wertpapierbörse. Oft spricht man auch von der Aktienbörse, denn dem Aktienhandel kommt die höchste Aufmerksamkeit zu.

Mehr als nur Aktien
Gehandelt werden im Regelfall drei verschiedene Arten von Wertpapieren. Das sind zum einen Teilhabereffekten, zu denen vor allem die Aktien gehören. Seit einigen Jahren werden auch zunehmend Fonds an der Börse gehandelt, die sogenannten Exchange-traded funds, die auch zu den Teilhabereffekten gehören können. Daneben existieren Gläubigereffekten. Diese umfassen alle Arten von Schuldverschreibungen, beispielsweise Pfandbriefe, Obligationen oder Unternehmensanleihen. Vereinfacht gesagt gibt der Inhaber eines dieser Wertpapiere einem Unternehmen, einem Staat oder einer Gemeinde einen Kredit, auf den er im Regelfall einen festen Zins erhält. Daneben existieren Mischformen. Dazu gehören beispielsweise Wandelanleihen, auf die zunächst ein fester Zins gezahlt wird, die jedoch in Aktien umgewandelt werden können.

Handel im Computer
Bekannt ist vor allem der Parkett- oder Präsenzhandel. Dabei verständigen sich die Makler durch Rufe oder Handzeichen. Mehr und mehr wird diese traditionelle Handelsart aber durch den elektronischen Handel verdrängt. Der weitaus größte Teil des deutschen Aktienhandels wird mittlerweile über das elektronische Handelssystem Xetra abgewickelt. Das brachte vor allem eine höhere Übersichtlichkeit, eine bessere internationale Vernetzung und nicht zuletzt geringere Gebühren. Trotzdem gibt es an der Effektenbörse in Frankfurt wie auch an den wichtigsten Börsen in New York, London oder Tokyo noch immer Parketthandel. Kleinere Börsen beschränken sich mittlerweile dagegen oft auf den elektronischen Handel.

Große Börsen im Vorteil
Der Handel über große Börsen wie in Frankfurt hat den Vorteil, dass Händler eher einen Käufer oder Verkäufer finden. Gerade bei den Aktien kleiner Unternehmen kann es sonst passieren, dass sich für das eigene Gebot kein Handelspartner findet. Viele kleine Börsen haben sich daher in den vergangenen Jahren spezialisiert oder sind mit anderen Börsen fusioniert. Die Hamburger Börse tat sich beispielsweise mit der Effektenbörse in Hannover zusammen und spezialisierte sich auf den Handel mit Investmentfonds. Dort gehört sie zu den Marktführern.