Eigenblutbehandlung - Anwendungsgebiete

Die Eigenblutbehandlung ist eine naturheilkundliche Behandlungsmethode zur Stärkung des Immunsystems bei Allergien und chronischen Erkrankungen.


Bei der Eigenblutbehandlung wird Patienten Blut entnommen, um es entweder unbehandelt oder aufbereitet erneut zu verabreichen. Dadurch soll das Blut einen Abwehrreiz ausüben, der das Immunsystem aktiviert und ganz allgemein zu einer Steigerung des Allgemeinbefindens führen soll. Das entnommene Blut kann dabei in Verdünnung geschluckt werden. Bei einer Infektion kann es in den Muskel oder in die Vene gespritzt werden. Die Menge des zurückgeführten Blutes ist unerheblich für die Behandlung.

Immunabwehr
Da das Blut nicht mehr als Bestandteil des eigenen Gefäßsystems erkannt wird, soll die Injektion bei einer Eigenblutbehandlung für den Organismus wie ein Angriff wirken und dazu führen, dass das Immunsystem mit erhöhter Abwehr reagiert. Zu diesem Zweck wird die Eigenbluttherapie häufig bei Menschen mit nur schwachem Immunsystem eingesetzt. Als Anwendungsgebiet wird auch die Nachsorge nach einer Krebserkrankung angegeben, bei der durch die Chemotherapie die körpereigene Abwehr stark reduziert wurde. Insgesamt soll sich das Allgemeinbefinden sowie körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Blut vor der Injektion durch Ozon oder Lichtbestrahlung aufgearbeitet wurde.

Chronische Schmerzerkrankungen
Bei chronischen Schmerzerkrankungen kommt die Eigenblutbehandlung zum Einsatz. Gerade Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die körpereigene Abwehr eine Störung aufweist und die eigenen Zellen angreift. Durch die Behandlung mit Eigenblut soll diese Störung wieder reguliert werden.


Allergien

Allergien sind Überreaktionen auf fremde Reizstoffe. In diesem Fall wird die Eigenblutbehandlung als Reiztherapie eingesetzt, die diese Reize direkt auslöst und damit ebenfalls regulierend eingreifen soll.

Heilerfolge, Kosten und Gefahren
Bislang konnte die Wirkung der Eigenblutbehandlung nicht in Studien nachgewiesen werden. Die Methode ist nicht nur bereits sehr alt, sondern wird von Kritikern auch als ebenso mittelalterlich bezeichnet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung mangels nachgewiesener Heilerfolge nicht. Die Patienten müssen durchschnittlich mit 20 bis 40 Euro pro Behandlung rechnen. Zudem ist die Eigenblutbehandlung schon häufig wegen des Infektionsrisikos bei mangelnder Hygiene der Anwender in die Kritik geraten. Die Patienten reagieren gelegentlich mit Unverträglichkeitsreaktionen auf ihr entnommenes und behandeltes Blut bis hin zum allergischen Schock.