Eigenblutbehandlung

Bei der Eigenblutbehandlung wird zunächst eine bestimmte Menge Blut entnommen und nachdem es auf verschiedenste Weise verändert wurde, wieder dem Organismus zugeführt. Hier löst es eine Reihe von Immunsantworten aus, die zur Gesundung beitragen sollen.


Während die alten Ägypter zur Bekämpfung von Lepra ganze Menschenblutbäder veranstalteten, wurden Bluttransfusionen von Mensch-zu-Mensch erst im frühen 19. Jahrhundert vorgenommen. Der heilenden Wirkung des Eigenbluts bediente man sich im späten 19. Jahrhundert, um beispielsweise Tuberkulose zu heilen. 

  

Die Eigenblutbehandlunge soll umstimmend auf die körpereigene Abwehr wirken.
Dem Patienten wird eine bestimmte Menge Blut entnommen, welche später entweder intramuskulär injiziert, infundiert (per Infusion) oder sogar per oraler Aufnahme zurück in den Blutkreislauf geführt wird.

Durchführung:
Dem Patienten werden während einer Behandlung 0,1 bis max. 5,0 ml Blut aus der Vene entnommen und anschließend zurückinjiziert. Die Intensität der Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung. Bei einer akuten Form werden die Behandlungen vermehrt und in kürzeren Abständen durchgeführt, während bei einer chronischen Erkrankung seltenere Injektionen mit zunehmenden zeitlichen Abständen durchaus genügen. 

  

Dem entnommenen Blut kann man auch pflanzliche Heilmittel beimischen oder es durch verschiedene Verfahren, je nach gewünschtem Effekt, verändern. 

  

Wirkung:
Das entnommene Blut wird, nachdem es wieder dem Blutkreislauf zugeführt wurde, vom Körper als Fremdkörper angesehen und löst so verschieden Immunreaktionen (wie vermehrte Antikörperbildung oder eine Erhöhung der Anzahl der weißen Blutkörperchen) aus. Dies führt zu einer Stimulation der körpereigenen Abwehrstoffe und somit eine Stärkung des Immunsystems. Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers ist wieder hergestellt und kann dazu beitragen chronische Erkrankungen zu bekämpfen. 

  

Besonders zu empfehlen ist diese Art der Therapie bei chronischen Erkrankungen, wie Allergien oder Asthma. Andere Anwendungsgebiete sind Infektionskrankheiten, rheumatische Erkrankungen, Haut- oder Stoffwechselkrankheiten, Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Funktionsstörungen von Leber und Nieren, Schilddrüsenprobleme, Geriatrie oder auch Krebsnachsorge. 

  

Bei Kindern kann in geringen Mengen auch Blut der Eltern zu Therapiezwecken verwendet werden. Außerdem können Menschen, die an einer Spritzenphobie leiden oder Kinder die Rückführung oral durchführen. Ansonsten ist die Eigenblutbehandlung für Jeden geeignet. 

  

Einschränkungen:
Teilweise wird ein Temperaturanstieg kurz nach der Eigenblutbehandlung beobachtet, was jedoch mit der erhöhten Aktivität des Immunsystems zu erklären ist. Auch eine kurzzeitige Verschlimmerung der Beschwerden oder Müdigkeit sind in der Regel ein Indiz für die beginnende Wirkung der Therapie. Weitere Nebenwirkungen können bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen Blutergüsse oder Ähnliches sein.
Beigefügte Präparate können in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen.
Außerdem besteht, wie bei allen Injektionen, ein Infektionsrisiko, welches durch mangelnde Sterilität vergrößert wird.