Eigenharntherapie

Bei der Eigenharntherapie wird auf die vielfachen positiven Wirkungen des Urins gesetzt. Dieser kann sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung kommen, um die verschiedenen Beschwerden zu bekämpfen.


Die Eigenharntehrapie ist eine Form der alternativen Medizin, bei der der patienteneigene Urin äußerlich, innerlich, oral oder per Injektion als Heilmittel angewandt wird.
Viele der alten Kulturen behandelten bereits verschiedene Krankheiten mit diesem jederzeit verfügbaren Wirkstoff. Spezifischere Formen dieser Behandlung, wie Injektion des Eigenurins, entstanden jedoch erst im frühen 20. Jahrhundert und sorgten dafür, dass sich verschiedene Ärzte mit den Bestandteilen und der Wirkung des Harns beschäftigten. Besonders John W. Armstrong war von der heilenden Wirkung der Trinkkuren überzeugt und publizierte diese Form der Behandlung.

  

Die heilende Wirkung des körperlichen Abfallstoffes wird vor allem auf die enthaltenen Substanzen (wie Harnstoffe, Mineralien und Spurenelementen) und deren vorteilhafte Wirkung im Heilprozess krankhafter Zustände, zurückgeführt.
 
Durchführung:
Bei der äußerlichen Anwendung kann man das Naturheilmittel entweder direkt auf die Haut auftragen oder über Bäder oder Wickel die betroffene Hautstelle behandeln. Der Urin wirkt entzündungshemmend, optimiert die Wundheilung und ist somit bei Herpes, Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten anwendbar.

  

Die Anwendung kann dabei je nach Bedarf wiederholt werden und benötigt in der Regel keine fachmännische Betreuung. 

  

Die innerliche Anwendung kann entweder tropfenförmig über Ohren, Augen und Nase oder auch als Trinkkur erfolgen. Bei dieser Art der Behandlung sollte der relativ keimfreie Morgenurin verwendet werden. Es ist durchaus möglich den Harn für die orale Aufnahme, welche circa eine halbe Stunde vor der nächsten Mahlzeit erfolgen sollte, mit Kräutertees etc. zu mischen.

  

Die Intensität der Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild, kann jedoch im Regelfall ohne besondere Betreuung und je nach Bedarf wiederholt werden.
Diese Art der Behandlung wird vor allem bei Allergien (speziell Heuschnupfen), Infektionskrankheiten (wie Angina oder Mumps), Asthma oder auch Halsschmerzen angewendet.
In manchen Fällen wird bei einer erkrankten Darmflora der Urin für Einläufe genutzt.  

  

Bei der Reinjektion von Urin bedarf es einer professionellen Betreuung, da das Heilmittel vorbehandelt werden muss. Die Art und Dauer der Behandlung richtet sich nach Erkrankung und Wirkungsergebnissen.
Diese Art der Therapie wird bei Allergien, Rheuma, chronischer Blasenentzündung, Migräne und Asthma angewendet. 

 

Wirkung:
Der zurück in den Organismus geführte Harn wirkt direkt auf das Immunsystem und soll eine Selbstregulation bewirken. Auch bei Depressionen oder Müdigkeit wird der Eigenharnbehandlung heilende Wirkung zugeschrieben.

 

Einschränkungen:
Die Eigenharntherapie lässt sich in ihren verschiedenen Arten miteinander oder auch mit anderen Behandlungsformen verbinden. Zu empfehlen ist eine Urinuntersuchung im Vorfeld der Behandlung, um etwaigen Keimbefall oder den Säuregehalt zu messen. Nicht verwendbar ist der Naturstoff bei Erkrankungen der Harnwege oder während der Menstruation. Bei jeglicher Eigenharntherapie sollte ausschließlich frischer Urin verwendet werden.
 
Nebenwirkungen sind kaum bekannt, Vorsicht bei der Behandlung ist jedoch in folgenden Fällen geboten: Diabetes, Bluthochdruck, Leber- und Nierenerkrankungen, Tuberkulose, fortgeschrittene Krebserkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion und akute Erkrankungen mit Fieber.
 
Es liegen keine wissenschaftlichen Belege für den Erfolg dieser Therapie vor.