Ein Lippenstift bedeutet Verführung

Er ist klein, rund, sehr oft rot und der geborene Verführer. Die Rede ist vom Lippenstift, dem Beauty-Liebling der Frauen.


Pro Sekunde werden weltweit etwa 23 Lippenstifte verkauft. Dabei kaufen die betreffenden Frauen nicht einfach nur ein gewöhnliches Kosmetikprodukt, sie erstehen Träume, Lebensentwürfe und sogar etwas Persönlichkeit. Denn mit dem Auftragen eines simplen Lippenstifts kann aus einer grauen Maus ein von der Männerwelt vielbeachteter Vamp werden.

Erotik aus dem Stift
Bereits seit vielen tausend Jahren nutzen Frauen den farbigen Stift, damals freilich noch nicht in dieser praktischen Form. Zu den ersten Anwenderinnen gehörte Nofretete. Bis zu dem Produkt, wie wir es heute kennen, war es aber noch ein weiter Weg. Erst im Jahre 1883 stellte der Franzose Perfumeure den ersten Lippenstift in Stiftform vor. Ort des Geschehens: die Weltausstellung in Amsterdam. Der Lippenstift war jedoch noch nicht in dieser praktischen Verpackung, sondern bestand aus in Seidenpapier eingewickeltem Hirschhhorntalg, der mit Rhizinusöl und Bienenwachs kombiniert war. Erst 1912 bekam der Stift eine Metallhülse, was ihn nicht nur leichter in der Anwendung machte, sondern auch für jeden erschwinglich.
Mit dem Aufkommen der beweglichen Bilder begann der kleine Stift dann seinen Siegeszug um die Welt. Der „Zauberstab des Eros“, wie ihn die französische Schauspielerin Sarah Bernard nannte, war aber nie nur ein simples Kosmetikprodukt. Glamour-Frauen wie Marilyn Monroe oder Dita von Teese verkörpern noch heute das Image, das der Lippenstift Zeit seines Lebens innehatte. Ein rot gefärbter Mund signalisiert wie kein anderes Accessoire Erotik, Selbstbewusstsein und den Willen, der Männerwelt den Kopf zu verdrehen.
Im Jahre 2008 feierte der Lippenstift seinen 128. Geburtstag. Ständig neue aufregende Farben sorgen auch nach 128 Jahren noch dafür, dass man ihn einfach nur lieben kann.

Was ist drin?
Nicht nur außen hat sich seit den Anfängen viel verändert, auch der Inhalt ist heute ein anderer. Zu Beginn machten den Lippenstift lediglich wenige Komponenten aus, heute können schonmal bis zu 25 Ingredienzien enthalten sein. Die Hauptbestandteile heute sind Öle, Wachse, Pigmente und Chemikalien, immer vorausgesetzt, man entscheidet sich für das herkömmliche Industrieprodukt.Hierbei kommen dann noch, je nach Farbton, Extrakte von Kleinstlebewesen hinzu. Für Scharlachtöne etwa benötigt man die Karminsäure der Cochenille-Laus.
Wählt man einen rein natürlichen Lippenstift, findet man hochwertigere Substanzen, die zudem garantiert tier-frei sind. So vertrauen die Hersteller auf pflegende Öle – etwa Jojoba- und Mandelöl – Sheabutter, Bienen- und Carnaubawachs sowie Candellilawachs, welches aus Wolfsmilchgewächsen produziert wird. Dazu kommen ätherische Öle, Extrake von Heilpflanzen sowie Titandioxid, das als natürlicher UV-Schutz dient.

Der ideale Lippenstift
Viele Frauen sind noch immer auf der Suche nach dem perfekten Begleiter: Farblich ansprechend sollte er sein, den ganzen Tag halten, die Lippen nicht austrocknen und zudem vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen. Bei der Auswahl des potenziellen Lieblingslippenstift sollte darauf geachtet werden, dass dieser viele pflegende Substanzen enthält. Denn Lippen besitzen keine Talg- oder Schweißdrüsen, die sie mit Fett und Feuchtigkeit versorgen könnten. Zudem weist die Lippenhaut nur wenig Melanin auf, ein Lippenstift sollte daher auch über UV-Schutz verfügen.