Ein Mahnverfahren einleiten? Das ist zu tun, wenn der Kunde nicht zahlt

Wenn ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt ist das ärgerlich und kann sogar existenzbedrohend werden, daher sollte man zügig ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.


Wenn Sie in Ihrem Beruf Rechnungen stellen, wird es Ihnen irgendwann zum ersten Mal passieren, dass ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt. Nun gilt es, die Außenstände doch noch beizutreiben, denn Sie haben eine Leistung erbracht, insofern steht Ihnen auch der verdiente Lohn zu.

 

 

Dem Kunden eine Frist setzen

  • Zunächst einmal sollten Sie sich angewöhnen, in jeglichen Rechnungen, die Sie stellen, dem Kunden auch sofort eine Frist zu setzen. Empfehlenswert sind zum Beispiel zwei Wochen. Zahlt der Kunde innerhalb dieser Frist nicht, sollten Sie Maßnahmen ergreifen. 

 

  • Ob Sie nun sofort das gerichtliche Mahnverfahren einleiten, hängt vor allem von Ihren Kunden ab. Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Ihre Kunden generell zahlungswillig und nur vergesslich sind, sollten Sie nach Fristablauf zunächst eine Mahnung schicken.

 

  • Auch hier sollten Sie erneut eine Frist setzen und diese auch an einer dafür vorgesehenen Stelle – zum Beispiel in einem Fristenkalender – notieren. 

 

  • Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Sie jedoch nicht verpflichtet, eine oder gar mehrere Mahnungen zu versenden. Theoretisch können Sie bereits direkt nach Verstreichen der ersten Frist das gerichtliche Mahnverfahren einleiten.

 

Mahnbescheid beantragen

  • Um das gerichtliche Mahnverfahren einleiten zu können, ist der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids der erste Schritt. Hierbei hilft Ihnen gerne ein Rechtsanwalt, Sie können den Antrag jedoch auch selbstständig stellen. Alles was Sie dazu benötigen, ist ein Internetzugang und ein Drucker mit weißem Papier. 

 

  • Auf der Internetseite „online-mahnantrag" können Sie nun das gerichtliche Mahnverfahren, am besten in Form des so genannten „Barcode-Verfahrens" einleiten. Die Seite ist sehr übersichtlich und macht Ihnen das Ausfüllen mit vielen Hinweisen leicht. Achten Sie allerdings darauf, dass sowohl Ihre Angaben als auch die des Schuldners korrekt sind.

 

  • Wenn Sie Ihren Mahnantrag versendet haben, wird das zentrale Mahngericht Ihres Bundeslandes einen Mahnbescheid erlassen. Legt der Schuldner dagegen keinen Widerspruch ein, können Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Wehrt sich der Schuldner allerdings in Form eines Widerspruchs oder fühlen Sie sich generell von der Sache überfordert, sollten Sie einen Anwalt einschalten. 

 

  • In vielen Fällen reicht jedoch die Angst vor dem Gerichtsvollzieher, um den Schuldner zur Zahlung zu bewegen und es ist daher immer ratsam, das Mahnverfahren einleiten zu lassen beziehungsweise selber einzuleiten.