Ein Praktikum machen

Wer ein Praktikum machen will, der sollte viel Zeit in die Suche investieren, um sich später nicht zu langweilen.


Der kaffeekochende Praktikant, der das Auto des Chefs zur Autowaschanlage fährt und tagein, tagaus kopiert, ist fast schon zum Stereotypus der heutigen Generation aus Hochschulabsolventen geworden, die sich von einem Praktikum zun nächsten durchschlägt. Statt Hotel Mama adé zu sagen, wird für einen Hungerlohn gearbeitet, die Chance auf eine nachfolgende Festanstellung ist nicht vorhanden. Wer ein Praktikum machen will, der sollte viel Zeit in die Suche stecken, um sich später nicht zu langweilen.

Ziele finden

  • Bevor es überhaupt losgeht, sollte man sich darüber klarwerden, in welche Branche man überhaupt hineinschnuppern möchte. Wo liegen die eigenen Interessen, welche Fähigkeiten habe ich während des Studiums bereits erworben, und welche Fähigkeiten könnte ich möglicherweise (weiter-) entwickeln? Solche und ähnliche Fragen helfen dabei, sich für eine Richtung zu entscheiden.
  • Erstellen Sie eine sogenannte Erfahrungstabelle, in die Sie alle Aktivitäten – auch solche aus der Freizeit – vermerken, und in der sie die damit verbundenen Tätigkeiten zuordnen. So bekommen Sie einen ersten Überblick über Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen.

Praktikum machen: Checkliste

  • Verhältnis Festangestellte und Praktikanten: Beschäftigt der Arbeitgeber, im Vergleich zu den Festangestellten, viele Praktikanten, ist das ein Hinweis darauf, dass Praktikanten ausgebeutet werden. Zum Einen ist so die Betreuung des Einzelnen nicht mehr sichergestellt, zum anderen sinkt die Chance, übernommen zu werden. Wenn ein Unternehmen regelmäßig Stellenanzeigen in kostenlosen Online-Jobbörsen schaltet, ist Vorsicht angeraten.
  • Vergütung: Eine Vergütung ist ein Anzeichen für die Wertschätzung des Praktikanten, wird das Praktikum nicht bezahlt, kann das zweierlei bedeuten. Der Praktikant muss Handlangerdienste – wie etwa Kopieren oder Kaffeekochen – erledigen, der Lernfaktor ist gleich Null. Die andere Gefahr besteht darin, dass der Praktikant alleine gelassen wird und keine Betreuung stattfindet. Auch bei einem zu hohen Gehalt sollte man aufpassen, denn hier soll meist eine vollwertige Arbeitsstelle besetzt werden.
  • Dauer des Praktikums: Je länger Sie das Praktikum machen, desto höher ist die Gefahr, dass Sie die Arbeit eines vollwertigen Angestellten erledigen. Wenn die Unterstützung durch den Ausbilder nachlässt, und nur noch die Leistung im Vordergrund steht, hat das mit einem klassischen Praktikum nicht mehr viel zu tun. Länger als sechs Monate sollte ein Praktikum nicht dauern, aber auch zu kurz darf es nicht sein. Weniger als drei Wochen sind kaum ausreichend, um neue Fähigkeiten zu erlangen.
  • Fokus auf der Ausbildung: In einem Praktikum geht es darum, sich neue berufliche Fähigkeiten und Soft Skills anzueignen, aber auch den Arbeitsalltag in einem Unternehmen kennenzulernen. Daher sollte immer eine Ansprechperson oder ein Mentor zur Verfügung stehen. Besonders für studienrelevante Praktika ist dieser Punkt wichtig. Das Praktikum sollte nicht als weiterer Nebenjob behandelt werden. Klären Sie bereits im Vorstellungsgespräch, ob Ihnen ein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung steht, und welche Aufgaben auf Sie zukommen werden. Antwortet der Arbeitnehmer im Vorstellungsgespräch ausweichend, ist Vorsicht angeraten.