Viele Ehen werden heute sehr schnell wieder geschieden. Hieß es früher noch das verflixte siebte Jahr, liegen derzeit die Wahrscheinlichkeiten, über das verflixte dritte Jahr nicht hinauszukommen, sehr hoch. Frisch Verheiratete beschreiben ihren Ehepartner sehr positiv, viele allerdings zu Unrecht. Wenn junge Eheleute die Stärken und Schwächen ihres Partners nicht sehen, ist die Trennung meist unumgänglich. Eine glückliche Partnerschaft scheint nahezu unmöglich...
Idealisierung des Partners problematisch
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach vier Jahren Ehe wieder geschieden sind, steigt damit. Das haben Studien ergeben. Fast alle Paare hielten den Partner für einen sehr wertvollen Menschen. Diese globale Einschätzung spiegelte nicht immer die spezifischen Stärken und Schwächen wider. Diejenigen, die die Eigenschaften ihres Partners realistisch einschätzten, stimmten oft mit dessen Selbsteinschätzungen überein. Und waren nach vier Jahren Ehe seltener geschieden als die, die ihren Partner maßlos überschätzten.
Die „fünf apokalyptischen Reiter“
Um eine Liebesbeziehung zu ruinieren, muss ein Paar nur die „fünf apokalyptischen Reiter“ beschwören. Diese sind Kritik, Rechtfertigung, Verachtung, Machtdemonstration und Rückzug. Eine Mischung aus vernichtenden Worten und zermürbendem Schweigen erstickt irgendwann jedes positive zwischenmenschliche Gefühl. Eine Anleitung für dauerhaftes Liebesglück ist schwerer zu formulieren. Gute Beziehungen reifen auf viele verschiedene Arten, das Ende von Krisen-Paaren ist dagegen leichter berechenbar. Das Erfolgsrezept ist, den anderen so nehmen, wie er ist. Ebenso wichtig sind Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit. Zu den Hauptzutaten für eine glückliche Partnerschaft zählen außerdem Liebe, konstruktive Konfliktlösung, gemeinsame Interessen sowie der unerschütterliche Wille, zusammen durch dick und dünn zu gehen.
Kommunikation ist alles
Toleranz, Akzeptanz, gegenseitige Achtung sowie verbindende Elemente wie Wertvorstellungen oder Hobbys gelten als Nährboden, auf dem Nähe und Geborgenheit gedeihen. Zusätzlich ist eine hohe Kompetenz in den Bereichen Kommunikation und Konfliktlösung bei beiden Partnern notwendig. Entscheidend sind eine gemeinsame Arbeit an der Partnerschaft und das Finden von Kompromissen. Das gelingt nur, wenn es ein Paar über Jahre hinweg versteht, miteinander zu sprechen und zu streiten, ohne einander unheilbare Wunden zuzufügen. Sonst schwindet das Vertrauen in die Wertschätzung durch den Partner und damit die Verbundenheit.
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