„Eine Seefahrt, die ist lustig“ ist eigentlich ein Lied von 1935, aufgenommen von Isa Vermehren und Erwin Hartung, wurde aber wie Rudi Schurickes „Capri Fischer“ oder Hans Albers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und „La Paloma“ erst Jahre später richtig berühmt und beliebt.
Hans Albers und Freddy Quinn
In den 50er und 60er Jahren nahm die Popularität von Seefahrtsliedern stark zu, sie prägten den Schlager dieser Zeit. Das in ihnen ausgedrückte Heimweh war vielen noch aus dem Krieg wohlbekannt und das Fernweh und die Neugier auf unbekannte Ziele wie die Südsee kam im reichen Wirtschaftswunderland dazu. Bekannt wurden viele Lieder durch gleichnamige Kinofilme wie „Käptn Bay-Bay“ oder „Das Herz von St. Pauli“ in den 50er Hajren mit Hans Albers und in den 60ern besonders mit Freddy Quinn, der selbst zur See gefahren war. Die romantische Sehnsucht galt häufig St. Pauli und dem Hamburger Hafen. Davon künden Lieder wie „Einmal noch nach Bombay“, „Heimweh nach St. Pauli“ oder „De Hamborger Veermaster“. Freddy Quinns Hits „Junge, komm bald wieder“, oder „Heimweh“ wurden von zahlreichen Sängern, darunter Heino, ins Repertoire übernommen. Auch „Eine Seefahrt, die ist lustig“ wurde zum Klassiker.
Weitere Interpreten
Lale Andersen schaffte 1952 ein Comeback mit „Blaue Nacht am Hafen“, das Peter Alexander noch 1962 in einer Filmszene parodierte. Sie nahm viele Seefahrtslieder auf: „Ein Schiff wird kommen“, „Wo die Nordseewellen“, „Das Schiffsjungenlied“ und ihre Möwenlieder wie beispielsweise „Kleine Möwe flieg nach Helgoland“, das auch Hans Albers und Curd Jürgens gesungen haben.
Richard Germers „Die Reise nach Helgoland“ und „Seemannsgarn“ reichen eher an das anarchisch-rebellische von „Eine Seefahrt, die ist lustig“ heran, denn die meisten anderen Seefahrtslieder sind überwiegend sentimental und wehmütig. Das fast immer verwendete Akkordeon vermag dabei die ganze Bandbreite an Stimmungen einzufangen. Fred Bertelmann vagabundierte nicht nur lachend über Land, er nahm 1968 auch den Rühmann-Klassiker „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ von 1939 auf. Lolita, Jenny Petra, Caterina Valente sangen wie Heino („Wir lieben die Stürme“), Bill Ramsey („Yellow Submarine“) und Rudolph Schock („La Paloma“) Seefahrtslieder.