Eine Übersicht über Beiboote

Das Beiboot gehört zur Grundausrüstung auf jedem Schiff. Vom Gummiboot bis zum motorisierten Schlauchboot sind Beiboote vielseitig verwendbar und alltagstaugliche Wasserfahrzeuge.


Nach dem Untergang der Titanic verpflichteten sich mehrere an der Seefahrt beteiligten Länder zur Mitnahme von Beibooten auf Schiffen. Das „Abkommen über die Sicherheit von Leben auf See (International Convention for the Safety of Life at Sea )“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sensibilisierte die Notwendigkeit, ein Beiboot mitzuführen. Waren davor ausschließlich Holzboote – meist in geringer Zahl – an Bord großer Passagierschiffe, läutete vor allem die Kunststoffproduktion eine neue Ära der Schlauchboote ein. Als alltagstaugliches, motorisiertes Wasserfahrzeug fand es in vielen Bereichen des Lebens Gefallen. Inzwischen gibt es das faltbare Beiboot in mehreren Formen, Größen und Modellen.

Ein Wasserfahrzeug in mehreren Ausführungen
Falt -oder Schlauchboote unterscheiden sich hinsichtlich der Größe teilweise erheblich voneinander. Im engeren Sinn gilt jedoch nur dasjenige Wasserfahrzeug als faltbares Beiboot, welches tatsächlich voll aufblasbar ist und nach dem Herauslassen der Luft oder des Gasgemischs kompakt verstaut werden kann. Man unterscheidet dabei wiederum zwischen voll aufblasbaren Schlauchbooten ohne Einlegeboden und Fahrzeugen mit aufblasbarem Boden.

Beispiele
Das einfache Schlauchboot ohne Motor kennt man aus jedem Strandurlaub. Allerdings gibt es dabei erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Qualität und des Nutzens. Billige Modelle für den Stand sind bereits für einen Preis von 5 Euro erhältlich. Deren Nachteil ist, dass Sie aufgrund ihrer minderwertigen Kunststoff-Folie nicht für Fahrten in tiefere Gewässer geeignet sind. Nicht motorisierte Schlauchboote von mittlerer bis hoher Qualität werden beispielsweise oft im professionellen Angel- und Jagdsport eingesetzt, da sie ohne unnötigen Lärm zu bewegen sind. Der „Schlauch“ ist dabei die Kurzbezeichnung für den Rumpf des Fahrzeugs. Er besteht aus mehreren Schichten und wird durch einen Kompressor mit Luft oder Gas gefüllt. Bei einigen Booten muss auch der Boden aufgeblasen und nach dem Aufblasen in den Rumpf eingelegt werden, da es sich um ein voll aufblasbares Beiboot handelt. Gerade als Angelboot ist es mit einer stabilen Sitzposition ausgestattet, die quer über die Innenfläche des Fahrzeugs eingespannt wird. Viele Schlauchboote dieser Art bestehen aus Hypalon, einem gummierten Gewebe oder Glasfasermaterial, das sehr stabil ist. Ein hochqualitatives Jagd -und Angelboot ohne Motor kann einen Preis von bis zu 600 Euro haben.

Motorisierte Schlauchboote
Mit einer durchschnittlichen Länge von rund 3–3,5 Metern und einer hohen Alltagstauglichkeit werden diese hufeisenförmigen, flachen Wasserfahrzeuge meistens verwendet. Manche bestehen aus einem aufblasbarem Schlauch („Rumpf“), Boden und einem Kiel. Einige hochqualitative Varianten haben einen gelatteten Einlegeboden, der eine besondere Stabilität bei Wellengang gewährt. Alle Boote dieses Typs sind mit einem sogenannten Außenborder ausgestattet. Das heißt, sie sind motorisiert. Am Heck oder in einem speziellen Schacht im Inneren des Bootes wird meist ein einzelner Viertakt-Verbrennungsmotor angebracht. Er wird von einem Propeller angetrieben und ermöglicht ein vergleichsweise komfortables Fahren auf weiteren Strecken. Manche Motoren am Beiboot haben bis zu 140 PS. Boote mit rund 10 PS sind allerdings meist für maximal fünf Personen geeignet. Bei Vollbelastung erweisen sie sich als träge. Die Preise für ein alltagstaugliches, motorisiertes Beiboot, liegen zwischen 650 und 1.000 Euro.

Was ist beim Gebrauch zu beachten?
Wer im nächsten Urlaub eine Bootstour plant, sollte sich im Voraus über die Zulassungsbestimmungen im In -und Ausland informieren. Die Regularien sind in vielen Ländern unterschiedlich. Für Fahrten mit dem motorisierten Beiboot auf deutschen Binnengewässern benötigt man normalerweise einen Führerschein oder eine andere Fahrerlaubnis. Informationen dazu gibt es bei der Wasser -und Schifffahrtsverwaltung des Bundes oder beim jeweiligen Landkreis. Ein Beiboot sollte regelmäßig überprüft werden. Weil das Fahrzeug meist über einen langen Zeitraum mit Luft oder einem Gasgemisch aufgepumpt wird, ändert sich im Lauf der Jahre die Elastizität des Schlauchmaterials.