Eine unbequeme Wahrheit - eine Filmkritik

Eine unbequeme Wahrheit zeigt auf dramatische Weise die anhaltenden Veränderungen im Weltklima auf und will die Bevölkerung über diesen Zustand informieren.


Der Film Eine unbequeme Wahrheit ist 2006 auf Englisch erschienen und befasst sich dokumentarisch mit den Thesen des ehemaligen US-Vizepräsidenten, Nobelpreisträgers und Umweltpapstes Al Gore. Der Film betrachtet den heutigen Umgang mit unserer Umwelt als mehr als kritisch und wurde zu großen Teilen von Al Gore finanziert sowie vom Regisseur Davis Guggenheim filmisch umgesetzt. Bei den Acadamy Awards 2007 gewann Eine unbequeme Wahrheit den Oscar als bester Dokumentarfilm.

Zum Inhalt des Films
Der Film konzentriert sich auf die weitere Verschärfung der globalen Erwärmung nach der Jahrhundertwende und versucht mit Experteninterviews eine wissenschaftliche Grundlage für diese Vermutung zu setzen. Zentrale Themen sind u. a. die dahin schmelzende Ozonschicht, welche die Sonneneinstrahlung auf die Erde erhöht, ebenso wie die wachsende Menge an Treibhausgasen. Kohlenstoffdioxid wird als maßgeblicher Verursacher des drohenden Umweltdesasters ausgemacht. Mit einer kritischen Betrachtung des Kyoto-Protokolls wird auf politische Faktoren eingegangen. Es wird behauptet, dass die Maßnahmen der weltweiten Regierungen gegen die übermäßige Emission von Treibhausgasen längst nicht ausreichen beziehungsweise zu zögerlich durchgesetzt werden. Die unternommenen Maßnahmen hätten die globale Erwärmung kaum aufgehalten. Angesichts der vielen wissenschaftlichen Fakten, welche in diesem Dokumentarfilm die These der Erderwärmung untermauern, wird zur Aufgabe der „Appeasement-Politik“ und zu einem entschlossenen Eingreifen in die bedrohliche Entwicklung aufgerufen. Der Film entführt den Zuschauer exemplarisch an Orte wie zur Antarktis, nach Sibirien, zum Aralsee und zum Wattenmeer.

Was ist an Eine unbequemen Wahrheit wahr
Im öffentlichen Diskurs hat der Film aus dem Umkreis des Umweltschützers Al Gore reichlich Furore gemacht. Stimme und Warnungen des ehemaligen Vizepräsidenten sind weltweit bekannt und die Aussagen des Films werden in der breiten Öffentlichkeit als Wahrheit betrachtet. Hierzu dienen auch die Experteninterviews in der Dokumentation. Jedoch gibt es auch einige Gegenstimmen, welche sich in den letzten Jahren, gerade nach Erscheinen von Eine unbequeme Wahrheit Gehör verschaffen. Abgesehen davon, dass die Informationen, die im Film dargestellt werden, teilweise als allzu lasch und wenig durchdacht kritisiert werden, ist auch das eigentliche Ausmaß der globalen Erderwärmung, wie sie Al Gore und Davis Guggenheim präsentieren, fraglich. Einige Faktoren wie die natürliche Veränderung der Sonnenaktivität werden beispielsweise komplett außer Acht gelassen. Dokumentarist Alex Jones übt so harsche Kritik an der Plausibilität der Aussagen von Al Gore.