Einschaltquote berechnen - so wirds gemacht

Eine Einführung in die Verfahren der Teleskopie - wie funktioniert das Einschaltquote berechnen?


Die Einschaltquote ist für Fernsehsender und Werbetreibende das zentrale Maß, um den Wert von Fernsehwerbezeit zu ermitteln. Aber wie funktioniert das Einschaltquote berechnen? Diese und andere Fragen sollen im folgenden beantwortet werden.

 

 

Was versteht man im In- und Ausland unter Einschaltquote?

  • Die Einschaltquote wird in Deutschland von der Gesellschaft zur Konsumforschung (GfK) berechnet. Sie bemisst den Anteil aller Fernsehbesitzer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Sendung verfolgen. 

 

  • Die Daten werden sekundengenau erfasst und stehen den deutschen Sendern einen Tag nach der Ausstrahlung des Programms zur Verfügung. 

 

  • In einigen Ländern erfolgt die Übertragung der Daten in Echtzeit, was zu einer bemerkenswerten Veränderung der Beitragsformate geführt hat. In Brasilien werden beispielsweise bestimmte Programmteile verlängert oder verkürzt, je nachdem wie sich die Quote entwickelt.

 

Wie wird die Einschaltquote berechnet?

  • 5640 Haushalte haben in Deutschland neben ihrem Fernseher eine sogenannte Quotenbox stehen. Offiziell heißt das Gerät GfK Meter. Es erfasst das Fernsehverhalten der Haushaltsmitglieder. Zu dem Gerät gehört eine spezielle Fernbedienung auf welcher jedes Haushaltsmitglied eine Taste hat, die es drücken soll, sobald es sich der Fernsehenden Gruppe anschließt. 

 

  • Auf diese Weise wird nicht nur aufgezeichnet, welches Programm gesehen wird, sondern auch wie viele Haushaltsmitglieder zusehen. Die Haushalte welche eine Quotenbox erhalten sollen, werden zufällig ausgewählt und über das Telefon kontaktiert. Auf Grundlage des Fernsehverhaltens der 13000 Zuschauer in den 5640 Haushalten mit GfK Meter wird dann repräsentativ gemessen, welche Sendungen von den 73 Millionen deutschen Fernsehzuschauern verfolgt werden. 

 

  • Dieses Verfahren zum Einschaltquote berechnen gibt es seit 1975, wobei die technische Ausstattung der Quotenbox natürlich modernisiert wurde. Das Verfahren kostet pro Jahr etwa 20 Millionen Euro und soll sich in kürze um etwa 25% verteuern. Bald soll nämlich das Verfahren zum Einschaltquote berechnen so umgestellt werden, dass auch Zuschauer die im Nachhinein, aufgezeichnete Sendungen ansehen, sowie Internet Zuschauer, erfasst werden. 

 

  • Den bisherigen Quotenrekord hält die ARD mit dem Fussball WM Halbfinale, Deutschland gegen Spanien, vom 7. Juli 2010. Über 31 Millionen Haushalte sahen im Durchschnitt über die ganze Sendezeit zu. 

 

  • In den Sechziger Jahren haben allerdings einige Krimisendungen Prozentual deutlich höhere Einschaltquoten erzielt (80-90%). Da die Anzahl der Fernsehgeräte damals aber viel kleiner war, kommt die absolute Zuschauerzahl nicht an das WM Ergebnis heran.