Einvernehmliche Scheidung - so wirds was

Eine einvernehmliche Scheidung spart Kosten und Nerven. Voraussetzung ist, dass Sie sich vorher über alles geeinigt haben und so vor Gericht unnötige Streitpunkte vermeiden.


Eine einvernehmliche Scheidung ist genau das, was wonach es sich anhört: die Eheleute sind sich einig, dass sie geschieden werden wollen. Streit ist nicht zu erwarten, die Scheidung soll eine reine Formsache sein und möglichst schnell durchgeführt werden.

Datum der Trennung

  • Eine einvernehmliche Scheidung ist bei Gerichten, Anwälten und den Betroffenen gleichermaßen beliebt, denn sie bedeutet keine Streitigkeiten und langwierigen Verfahren mehr. Die Grundvoraussetzung besteht darin, dass beide die Scheidung auch wirklich wollen und dem Scheidungsantrag bei Gericht zustimmen. Sie erklären übereinstimmend, dass Sie nicht nur geschieden werden wollen, sondern auch bereits ein ganzes Jahr getrennt von Tisch und Bett leben.
  • Diskussionen in der mündlichen Verhandlung, wann das Trennungsjahr eigentlich begonnen hat, sind nicht sehr hilfreich, um erfolgreich eine einvernehmliche Scheidung durchzuführen. Legen Sie das Datum also besser vorher genau fest, denn nicht immer beginnt es erst mit dem Auszug eines der Eheleute aus der Wohnung.

Folgesachen

  • Zu den unvermeidbaren Folgesachen einer Scheidung, die im Verfahren geklärt werden müssen, gehört der Versorgungsausgleich. Sie können aber verhindern, dass die einvernehmliche Scheidung zu einer streitigen Scheidung wird, wenn Sie die übrigen Folgesachen schon außergerichtlich klären.
  • Unterhalt, Sorgerecht oder Umgangsrecht sind solche Folgesachen, die ein Scheidungsverfahren sehr in die Länge ziehen können. Werden sie während der Trennungszeit bei Gericht anhängig gemacht, wird aus der Scheidung ein Verbundverfahren. Sie werden erst dann geschieden, wenn auch diese Sachen abgeschlossen werden können. Das ist unabhängig davon, ob Sie sich wegen der Scheidung einig sind.

Gemeinsamer Rechtsanwalt

  • Tatsächlich kann auch eine einvernehmliche Scheidung nicht nur mit einem Rechtsanwalt für beide Parteien durchgeführt werden. Offiziell wird der Anwalt vor Gericht immer nur einen der beiden Eheleute vertreten. Sie können aber zuvor mit dem Anwalt ein gemeinsames Gespräch führen und dabei festlegen, für wen er auftreten soll.
  • Viele auf Familienrecht spezialisierte Anwälte bieten an, neben der offiziellen Vertretung für ihren Mandanten auch dem anderen Beteiligten mit Rat und Tat zur Seite zustehen. Dies ist besonders hilfreich, wenn es darum geht, die umfangreichen Formulare zum Versorgungsausgleich auszufüllen. Diese Hilfestellung ist dabei nicht ganz uneigennützig. Je eher alle Formalien erledigt werden, desto eher ist die Scheidung abgeschlossen und der Anwalt kann seine Rechnung schreiben.

Kostenfrage

  • Auch eine einvernehmliche Scheidung verursacht schon die ersten Kosten, wenn der Antrag bei Gericht eingereicht wird. Klären Sie schon vor Einreichung der Scheidung, wer welche Kosten übernimmt. Natürlich bietet es sich an, dass diese je zur Hälfte aufgeteilt werden. So sollte es am Ende dann zumindest unter dem Strich aussehen.