Eisenpräparate - Abhilfe aus der Apotheke

Bei Einnahme der Eisenpräparate muss unbedingt auf die Dosierung geachtet werden. Eine Überdosierung kann zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen wie Arteriosklerose führen


Grundsätzlich empfiehlt es sich, aufgrund der häufig auftretenden Nebenwirkungen und dem Ermitteln der individuell notwendigen Dosis, vor Einnahme von Eisenpräparaten den Hausarzt aufzusuchen. Viele Symptome können auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden, so deuten beispielsweise Müdigkeit, längs gerillte Fingernägel oder Haarausfall nicht zwangsweise auf einen Eisenmangel hin.

Sollte man zu einer der beschriebenen Risikogruppen gehören und die Beschwerden nur leicht ausgeprägt sein, kann mit einer bewusst eisenreichen Ernährung und ergänzenden, frei erhältlichen Präparaten, in Form von Brausetabletten oder Saft, erste Abhilfe geschaffen werden. Sollten die Beschwerden nach einigen Wochen nicht verschwinden, ist ein Arztbesuch aber dringend erforderlich.

Vor der Einnahme – auf Nebenwirkungen achten!
Bei der Einnahme von Eisenpräparaten ist darauf zu achten, dass keine gerbstoffhaltigen Getränke, wie Tee, Kaffee und Rotwein in zeitlicher Nähe konsumiert werden. Gerbstoffe verhindern die Aufnahme des Eisens in den Körper. Manche Medikamente besitzen eine ähnliche Wirkung, deswegen sollten vor der Einnahme von Eisenpräparaten die Packungsbeilagen eingenommener Medikamente sorgfältig studiert werden. Wechselwirkungen können bei bestimmten Cholesterin senkenden Medikamenten und Mitteln gegen Sodbrennen und Magenbeschwerden auftreten.

Eisenpräparate verursachen häufig schwere Nebenwirkungen, so hat ein Viertel bis die Hälfte der Patienten mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen zu kämpfen. Die Beschwerden nehmen mit Erhöhung der Dosis zu. Bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft an Übelkeit leiden, kann diese durch Eisenpräparate noch verstärkt werden. Durch das Erbrechen kann auch ein Mangel anderer Nährstoffe, wie zum Beispiel Zink, entstehen. Auch durch die vermehrte Aufnahme von Eisen, das im Körper die gleichen Transportwege wie Zink nutzt, kann Zinkmangel auftreten.

Die Dosis muss passen – Risiken der Überdosierung
Eine Überdosierung kann verschiedene teilweise schwer wiegende Folgen haben. Neben dem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt wird auch davon ausgegangen, dass die Eisenionen die Bildung von Sauerstoffradikalen fördern. Diese aggressiven Atome stehen im Verdacht, verschiedene Krebserkrankungen auszulösen.

Formen und Arten der Eisenpräparate
Bei der Eisentherapie zwischen zwei verschiedenen Darreichungsformen unterschieden werden. Bei der oralen Therapie wird das Eisen als Saft, Tablette oder als Tropfen geschluckt. Neben den erwähnten Nebenwirkungen kann es dabei durch die Einnahme der Eisenpräparate zu Verfärbungen von Zunge, Zähnen und des Stuhls kommen. Die Verfärbungen sind jedoch nicht von Dauer. Zwei Wirkstoffgruppen sind üblich, die sich in Verträglichkeit und Dosierung stark unterscheiden.

Eisensalze, die auch rezeptfrei erhältlich sind, müssen in höheren Dosen genommen werden, diese Dosierung führt bei vielen Patienten zu den beschriebenen Nebenwirkungen. Zusätzlich nimmt der Körper nur rund drei bis sieben Prozent des als Eisensalz bereitgestellten Eisens auf. Pro Tag sind bei der Einnahme von eisensalzhaltigen Präparaten 100 bis 200 Milligramm Eisen notwendig.

Häm-Eisen ist wie das Eisen im Hämoglobin aufgebaut und wird vom Körper leichter aufgenommen. Spezielle Häm-Rezeptoren sorgen dafür, dass rund 30 bis 40 Prozent des Präparates verwertet werden können. Häm-Eisen kann niedriger dosiert werden, 15 bis 30 Milligramm pro Tag garantieren eine beschwerdefreiere Eisenzufuhr. Häm-Eisen-Präparate sind auf Rezept und als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken erhältlich.

Direkt ins Blut – Injektionen
Intravenöse Eisenpräparate haben den Vorteil, dass mehr Eisen aufgenommen werden kann als bei der oralen Einnahme. Zurzeit gibt es drei rezeptpflichtige Wirkstoffe, die unterschiedlich gut verträglich sind. Bei den dreien handelt es sich um Eisen-Saccharose, Eisen-Gluconat und Eisen- Dextran. Eisen-Saccharose weist die beste Verträglichkeit auf. Beim Spritzen von Eisen-Gluconat kann es zu Nebenwirkungen kommen und auch nach der Gabe von Eisen-Dextran traten verstärkt Komplikationen auf. In den USA wurden bei Behandlungen mit Eisen-Dextran bereits anaphylaktische Schocks beobachtet, die in Einzelfällen sogar zum Tode führten. Eine Behandlung mit Eisen-Dextran sollte daher nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.

Bei allen Behandlungen, die vom Arzt verschrieben wurden, empfiehlt es sich, nach der Behandlungsdauer einen erneuten Test auf Eisen im Blut zu machen, um die Erfolge zu messen.