Eiweiß Quelle Soja, Tofu und Co.

Dass Hülsenfrüchte sehr gute pflanzliche Quellen von Eiweiß sind, ist allgemein bekannt. Soja wird hierbei als besonders nahrhaft und vielseitig hervorgehoben, aber auch immer wieder als Allergen- und Phytoöstrogen-Quelle kritisiert.


Die Sojabohne ist als extrem vielseitiges pflanzliches Lebensmittel in den asiatischen Ländern traditioneller Eiweißlieferant und gilt keinesfalls als Fleischersatz. Traditionell wird es zum Tofu verarbeitet, in vielerlei Speisen verwendet. Bei uns finden Tofu und Sojagetränke zwar immer mehr Verbreitung, doch haftet immer noch das Klischee „Milchersatz“ und „Fleischersatz“ daran, da es meist bei Vegetariern oder Veganern zum Speiseplan gehört.

Nährstoff und Eiweißgehalt der Sojabohne
Die Sojabohne, und somit alle Sojaprodukte, enthält alle essentiellen Aminosäuren in einem ausgewogenem Verhältnis und hat eine hohe biologische Wertigkeit von 85. Der Vorteil dieses pflanzlichen Eiweißlieferants ist, dass das Protein statt mit Fett mit Ballaststoffen einhergeht, die eine gesunde Verdauung fördern. Ernährungswissenschaftler, die der Sojabohne positiv gegenüber stehen, sprechen sogar davon, dass die „Wunder-Bohne“ als alleinige Eiweißquelle für den Menschen ausreichen würde. Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich bei Soja und Sojaprodukten um gesunde Lebensmittel handelt, da sie eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung aus sekundären Pflanzenstoffen, hochwertigem Eiweiß und einem günstigen Fettmuster enthalten. Es liefert zudem wichtige Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Zink.

Soja als Allergen
Die Zahl der Menschen, die an Lebensmittelallergien leiden, steigt weltweit immer mehr an. Soja zählt dabei zu den verbreitetsten Allergenen, und eignet sich daher für viele Menschen nicht als Nahrungsmittel. Besonders problematisch ist der versteckte Einsatz von Sojabestandteilen in Lebensmitteln, vor allen Dingen wenn diese nicht deklariert werden. Genmanipulierte Sojasorten können außerdem andere, fremde Allergene enthalten, die der Paranuss zum Beispiel, weshalb auch Menschen mit Nussallergien auf Sojazusätze in Lebensmittel reagieren können.

Phytoöstrogen als umstrittener Inhaltsstoff
Die Entdeckung des sogenannten Phytoöstrogens im Soja wird sehr kontrovers diskutiert. Hierbei handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der dem weiblichen Sexualhormon Östrogen sehr ähnlich ist. Dieses hat nur eine sehr geringe Wirksamkeit, die aber dennoch ausreicht, um das Risiko erheblich zu senken, hormonell bedingte Krebserkrankungen zu erleiden, wie Prostata-, Brust-, Gebärmutter- und Darmkrebs. Häufig wird ein regelmäßiger Konsum von Sojaprodukten auch als Ersatz für eine Hormontherapie während der Menopause empfohlen.
Manche Wissenschaftler befürchten jedoch, dass der Gehalt an Phytoöstrogen für Männer bei einem regelmäßigen Sojakonsum, schädlich sein könne. Es soll sich angeblich schädlich auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane auswirken, beziehungsweise zu einer Verweiblichung des männlichen Körpers führen. Diese Befürchtungen konnte jedoch noch nicht an konkreten Beispielen bei Menschen beobachtet werden, sondern sind lediglich aus Tierversuchen abgeleitet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält sogar die zwei- bis dreifache Dosis der empfohlenen Sojamenge für völlig unbedenklich.