Eiweiß ist ein unersetzlicher Stoff für alle Körpervorgänge. Deshalb sollten wir darauf achten, eiweißhaltige Lebensmittel zu uns zu nehmen. Eiweiß ist Hauptbestandteil der Körperzellen, verleiht ihnen Struktur und ist für eine Menge lebenswichtiger Funktionen verantwortlich: Alle Muskelbewegungen werden von Muskeleiweiß ermöglicht, Antikörper, Hormone und Enzyme bestehen aus Protein. Es steht also außer Frage, dass wir regelmäßig Eiweiß mit der Nahrung aufnehmen müssen, um unsere Körperfunktionen am Laufen zu halten und gesund zu bleiben. Eine Sache, die jedoch sehr kontrovers in der Wissenschaft diskutiert wird, ist die Frage nach der benötigten Menge und den besten Quellen für die Proteine.
Aminosäuren
Eiweiße bestehen aus langen Aminosäuren-Ketten. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren, von denen acht essentiell sind, also deren Aufnahme mit der Nahrung lebensnotwendig ist. Die übrigen Aminosäuren kann der Körper selbst bilden. Säuglinge besitzen außerdem eine neunte essentielle Aminosäure, das Histidin, welches Erwachsene aber nicht mehr besitzen.
Die biologische Wertigkeit von Eiweiß
Mit der biologischen Wertigkeit wird angegeben, wie ähnlich ein Nahrungseiweiß dem menschlichen Eiweiß ist. Dies wird daran festgesetzt, in welchen Mengen und in welchem Verhältnis die essentiellen Aminosäuren im Nahrungseiweiß enthalten sind. Das heißt, je ähnlicher dieses Verhältnis der Zusammensetzung des menschlichen Eiweißes ist, desto höher die biologische Wertigkeit. Damit steigt auch die Verwertbarkeit des Nahrungseiweißes. Lange Zeit galt das Hühnereiweiß als identisch mit dem menschlichen Eiweiß und wurde mit der Wertigkeit 100 ausgezeichnet. Heute weiß man, dass dies so nicht stimmt und der Körper Hühnereiweiß auch nicht vollständig verarbeiten kann. Pflanzlichen Eiweißquellen wird in diesem System im Schnitt eine geringere Wertigkeit zugesprochen, als tierischen Eiweißen.
Eiweißmangel und Eiweißvergiftung
Ein Eiweißmangel kommt in der westlichen Gesellschaft im Grunde nicht vor, da wir in unserer Zivilisationsnahrung eine so große Menge versteckter Eiweiße in Fertigprodukten und in Form von Fleisch zu uns nehmen, dass viele Menschen eher Gefahr laufen zuviel Eiweiß zu konsumieren, mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen. Der Tagesbedarf an Eiweiß wird derzeit auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Bei einer Unterversorgung mit Nahrungseiweiß beginnt der Körper Protein aus den Muskeln abzubauen. Unter dem Begriff Protein-Energie-Malnutrition fasst man verschiedene Formen der Eiweißunterversorgung zusammen, unter anderem Marasmus. Folgen einer solchen Mangelernährung sind beispielsweise Muskelabbau und eine geschwächte Immunabwehr. Dies kommt allerdings nur in Entwicklungsländern vor. Bei uns müssen sich stattdessen immer mehr Menschen mit den Folgen einer Eiweißüberdosierung herumschlagen. Ab zwei Kilogramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht wird eine Überdosierung festgesetzt. Die Auswirkungen sind Nierensteine und eine negative Kalziumbilanz, die die Knochenmasse porös werden lässt