Elektrokrampftherapie

Elektrokrampftherapie ist sehr umstritten. Wenn keine andere Behandlung geholfen hat, werden hier dem Gehirn elektrische Schläge verabreicht.


Die Elektrokrampftherapie ist eine kontrovers diskutierte Behandlungsform bei Depressionen. Die Therapie wird erst eingesetzt, wenn Medikamente keine ausreichende Linderung geschaffen haben. So werden Elektroschocks bei schweren und lebensbedrohlichen Depressionen eingesetzt, die zum Beispiel von Wahnvorstellungen begleitet sind. Hierbei gibt es keine wirksamere Methode. Zunächst wird ein muskelentspannendes Mittel verabreicht, eine Kurznarkose gemacht und auf den Kopf des Patienten an bestimmten Stellen Elektroden platziert, die elektrische Impulse abgeben. Der Patient bekommt die elektrischen Reize nicht bewusst mit. Hier wird also ein künstlicher Kurzschluss im Gehirn, genau an den Hirnarealen, die durch die Depression in Mitleidenschaft gezogen wurden, erzeugt. Dadurch verbessert sich der Sauerstoff- und Nährstofftransport erheblich und es kommt zu einer Normalisierung der Gehirnaktivität in den betroffenen Bereichen. Die Elektrokrampftherapie regt nämlich das Wachstum von Nervenzellen und Blutgefäßen im Gehirn an. Für einen vollständigen Therapieerfolg sind etwa sechs bis zwölf Sitzungen notwendig. Um einen Rückfall in die Depression zu verhindern, werden die Patienten meist noch einige Monate mit Medikamenten behandelt.