Elektronik Recycling: Umgang mit elektronischen Geräten

Wer Elektronik Recycling betreibt, tut so der Umwelt etwas Gutes.


Der Abfall aus elektronischen und elektrischen Geräten steigt alle fünf Jahre um bis zu 28 Prozent an. Allein in der Bundesrepublik fallen jährlich 40 Millionen Tonnen Elektronikschrott an. Um die wertvollen Ressourcen und die Umwelt zu schonen, begann die EU schon vor einigen Jahren Richtlinien und Gesetze umzusetzen. Ziel ist es, Altgeräte stärker der Wiederverwertung zuzuführen aber auch die Schadstoffbelastung in neuen Geräten drastisch zu reduzieren.

Reparatur möglich?
Die Energie, die benötigt wird, um einen völlig neuen Toaster, Computerbildschirm oder Staubsauger herzustellen, ist viermal größer als die, die es erfordert, ein defektes Gerät zu reparieren. Wenn das Handy, der Rasierer oder das Radio den Geist aufgeben, sollten Sie zunächst versuchen, das Gerät wieder instandsetzen zu lassen. Bei Markengeräten gibt es in der Regel einen umfangreichen Reparaturservice. Auch veraltete Computer müssen nicht gleich auf den Müll, sie können durch neue Software immer wieder upgegradet werden. Wenn Sie das Gerät selbst nicht mehr brauchen, fragen Sie Freunde, Bekannte oder die Stadt, ob sie noch Verwendung dafür haben. Gebrauchtwarenhändler nehmen Ihnen die veraltete Spielekonsole oder das Handy der letzten Saison ebenfalls ab.

Neue Gesetzeslage
Seit März 2006 gibt es ein neues Elektronikgesetz (ElektroG), das die Entsorgung von Elektromüll regelt. Jegliche technische Geräte dürfen seitdem nicht mehr in den Hausmüll, sondern müssen zu gesonderten Recyclinghöfen gebracht werden. Die Entsorgung ist umsonst, alle Kosten werden vom Hersteller des betreffenden Gerätes übernommen. Dieser verpflichtet sich bereits vor der Produktion dazu, das Gerät nach seinem Gebrauch ökologisch zu entsorgen.

Elektronik Recycling in Deutschland noch ausbaufähig
In den USA ist die Wiederverwertung alter Teile schon deutlich weiter vorangeschritten als hierzulande. So sammelte im Jahr 2005 eine Druckerfirma 95.000 Tonnen Altgeräte, um sie zu reparieren, zu spenden oder zu recyceln. Die Unternehmen täten gut daran, stärker zu recyceln, denn alte Computer und Fernseher sind wahre Fundgruben. Sie enthalten neben wertvollen Materialien wie Gold, Silber und Paladium auch seltene Ressourcen wie Yttrium, Wismut oder Tantal, die es bereits nur noch sehr wenig auf der Erde gibt und die deshalb sehr teuer sind. Kupfer ist ein ebensolcher Stoff, der in Altgeräten zu finden ist. Aus 14 Tonnen nutzlos gewordener Geräte kann man eine Tonne Kupfer gewinnen, für die gleiche Menge müsste man im Bergwerk bis zu 1000 Tonnen Gestein schürfen. Die in alten Geräten enthaltenen Gase und Ölanteile wiederum können zur Energiegewinnung genutzt werden  -und Sie tun durch das Elektronik Recycling auch noch Etwas Gutes für den Umweltschutz!

Neues Gerät?
Der Umwelt zuliebe sollten Sie nicht den billigsten Staubsauger oder den preiswertesten Toaster kaufen. Erstens sind sie qualitativ minderwertig, sodass man sie schn nach kurzer Zeit entsorgen muss, Zweitens sind im Kaufpreis keine Reparaturserviceangebote enthalten. Wenn Sie das neue Gerät zur Reparatur bringen, sollten Sie darauf achten, dass PC und Co. nicht um die halbe Welt geschickt werden. Alle neu hergestellten Geräte weisen das Symbol mit dem durchgestrichenen Mülleimer auf, der zum Einen anzeigt, dass weniger Schadstoffe enthalten sind und den Hersteller verpflichten, das Gerät ökologisch zu entsorgen.

(Letzmalig aktualisiert: 24. Juni 2009)