Elektrosmog: Die unsichtbare Gefahr

Wir nutzen Strom, Radios, Fernsehheräte, Computer, Schnurlostelefone und Handys. Doch wie gefährlich ist eigentlich der Elektrosmog, der durch die Benutzung entsteht?


Eins vorweg: Es gibt noch keine endgültigen Ergebnisse ob und wie sehr Elektrosmog schädlich ist. Es kommt darauf an, welche Studie man heranzieht. Wissenschaftlich „belegt“ sind beide Seiten – die Schädlichkeit und die totale Ungefährlichkeit der hoch- und niederfrequenten Felder.

Niederfrequenz- und Hochfrequenzbereiche
Man unterscheidet zwischen zwei Frequenzbereichen, der Niederfrequenz, die unter 100 Kilohertz liegt und der Hochfrequenz, die zwischen 100 Kilohertz bis 100 Gigahertz liegt.
Zum Niederfrequenzbereich gehören elektrische Felder und Magnetfelder. Elektrische Felder entstehen durch das Stromnetz – egal ob Geräte angeschaltet sind oder nicht, die Leitung steht unter Spannung. Magnetfelder entstehen dagegen nur bei Stromverbrauch.
Zum Hochfrequenzbereich gehören elektromagnetische Felder und Strahlen. Diese entstehen durch Wireless LAN (WLAN, also eine kabellose Internetverbindung), Mobilfunk, Radio- und Fernsehsender aber auch durch Mikrowellen. Magnetfelder und elektromagnetische Felder durchdringen Mauern, elektrische Felder nicht.

Mögliche Auswirkungen
Die tatsächlichen Auswirkungen von Strahlungen aus elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht bekannt.
Einige Studien gehen jedoch davon aus, dass Menschen, die Elektrosmog verstärkt ausgesetzt sind, ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko haben. Insbesondere das Risiko für Leukämie und Hirntumore scheint dann deutlich zu steigen.
Möglicherweise werden durch den Elektrosmog außerdem die Hirnströme verändert, Stresshormone ausgeschüttet, das Immunsystem geschwächt und die Fruchtbarkeit nimmt ab.

Was kann ich im Alltag tun?
Auch wenn noch nicht bewiesen werden konnte, sind Vorsichtsmaßnahemn sicher angebracht. Achten Sie daher darauf, strahlungsarme Handys kaufen. „Der Blaue Engel“ zeichnet besonders vorbildliche Produkte aus. Kaufen Sie feststehende Telefone statt Schnurlostelefone. Wenn Sie absolut nicht auf Schnurlostelefone verzichten können, kaufen Sie ein strahlungsarmes Exemplar. Vermeiden Sie W-LAN-Internetzugänge, wenn möglich. Geht das nicht, schalten Sie es bei Nichtbenutzung aus. Kinder sollten nie mit schnurlosen oder Mobiltelefonen telefonieren.
Elektrische Geräte sollten Sie immer ausschalten und nicht im Standby-Modus lassen.
Gerade in Schlafzimmern sollte man Vorsicht walten lassen. Deswegen sollten alle Elektrogeräte zumindest einen halben Meter entfernt vom Bett stehen. Statt netzbetriebenen Radioweckern sollten Sie lieber batteriebetriebene Wecker wählen. Verlängerungskabel sollten nie unter dem Bett langführen. Babyphones sollten keine automatische Reichweitenwarnungsfunktion haben.
Bei älteren Mikrowellen sollte man regelmäßig überprüfen, ob die Türen verzogen sind und elektromagnetische Felder entstehen können.

Mobilfunkantenne in der Nachbarschaft?
Wer in der Nähe einer Mobilfunkantenne wohnt, kann die tatsächliche Belastung messen lassen. Seriöse Firmen verwenden kein Handgerät, sondern einen Spektrumanalysator. So eine Messung kostet einige hundert Euro. Holen Sie vorher Referenzen ein. Wenn das Messunternehmen Ihnen auch eine Sanierung des Gebäudes anbietet, handelt es sich wahrscheinlich um ein unseriöses Unternehmen. Eine Abschirmung ist nur bei nachgewiesener Elektrosmogbelastung sinnvoll.
Fallen Sie nicht auf angeblich wirkungsvolle Energiearmbänder, Strahlenschutzkreuze, Elektrosmogfresser, Kristalle, Abschirmdecken und Ähnliches herein.