Entschädigung bei Flugverspätung: Rechte der Reisenden

Die Europäische Union hat weitreichende Rechte der Entschädigung bei Flugverspätung definiert, es liegt beim Fluggast, diese einzufordern.


Europäische Airports sind für ihre langen Wartezeiten berüchtigt, jeder fünfte Flug in Europa verspätet sich um über 15 Minuten. An hinterster Stelle liegt London-Gatwick, wo nur 55 Prozent der Flieger pünktlich starten. Ganz schlecht steht auch Frankfurt am Main da, wo nur zwei von drei Flügen pünktlich abheben. Reisende, die nach stundenlangen Strapazen, eventuell einem Umwegflug, nach Hause kommen, streichen oft die Segel und vergessen die Angelegenheit. Dabei ist nach der EU-Fluggastverordnung eine nicht unerhebliche Entschädigung bei Flugverspätung möglich.

 

 

Ihr Recht bei Linienflügen

  • Wenn Ihr Linienflug annulliert wird oder Sie wegen einer Überbuchung am Flughafen festhängen, haben Sie das Recht auf die Entschädigung bei Flugverspätung. Beträgt diese über zwei Stunden, stehen Ihnen bei Kurzstreckenflügen 250 Euro zu, ab drei Stunden 400 Euro und ab vier Stunden 600 Euro.

 

  • Bei Mittelstreckenflügen bis 3.500 Kilometer greift die Entschädigung bei Flugverspätung nach drei Stunden, bei Langstrecken nach vier Stunden. Dann hat der Fluggast auch ein Recht auf Verpflegung und Übernachtung. Bei Wartezeiten ab fünf Stunden kann die Reise abgesagt werden, die Flugkosten sind binnen einer Woche zurück zu erstatten.

 

  • Diese Rechte greifen nicht nur innerhalb der EU, sondern auch bei Flügen von einem Drittland in die EU. Dabei muss die Fluglinie allerdings ihren Sitz in der EU haben, außerdem werden Schäden nur bis zu einem Höchstbetrag von 4.300 Euro ersetzt.

 

Keine Entschädigung bei Flugverspätung wegen höherer Gewalt

  • Der finanzielle Entschädigungsanspruch erlischt, wenn die Airline die Verspätung nicht schuldhaft verursacht hat. Dies kann bei Eisregen und Schnee wie im Winter 2010 sein.

 

  • Auch kurzfristig auftretende technische Defekte bei Maschinen, gelten als höhere Gewalt, allerdings muß die Fluggesellschaft die Flieger gewissenhaft gewartet haben.

 

Bei Pauschalreisen gilt das Recht auf Preisminderung

  • Pauschalreisende haben ab der fünften Wartestunde am Flughafen das Recht auf Entschädigung bei Flugverspätung. Sie können dann pro Stunde fünf Prozent des Tagesreisepreises mindern, jedoch nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtreisepreises, da dieser ja auch andere Leistungen einschließt. Eine zusätzliche Hotelübernachtung ist dagegen Kulanz des Reiseanbieters.
  • Fällt eine Pauschalreise wegen höherer Gewalt aus, so kann der Reiseveranstalter den Vertrag einseitig kündigen. Verschiebt sich der Beginn der Reise wegen höherer Gewalt um bis zu drei Tage, hat der Reisende dagegen nicht das Recht, kostenlos zu stornieren, ihm steht nur eine Preisminderung zu. Eine deutlich verspätete Kurzreise kann allerdings abgesagt werden.

 

Strapazen sind nicht abwendbar

  • Leider müssen Flugreisende eine geänderte Flugroute und Strapazen wie mehrstündige Bus- oder Zugfahrten akzeptieren. Ist ein direkter Rückflug wegen höherer Gewalt nicht möglich, kann der Reisende unter Umständen auch gezwungen sein, sich die Mehrkosten mit dem Veranstalter zu teilen, aber nur, wenn eine kostenneutrale Umbuchung nachweisbar nicht möglich war. 

 

  • Weitere Informationen zu Entschädigung bei Flugverspätung, gibt´s im Internet unter passagierrecht.de, einen Entschädigungsrechner bietet flightright.de.