Entwicklung der Dieselpreise in Deutschland in den letzten 10 Jahren

Diesel ist bei vielen Autofahrern unter uns ein beliebter Kraftstoff, allerdings sind die Dieselpreise in Deutschland in den letzten Jahren rasant gestiegen.


Viele Autofahrer ärgert es schon seit einigen Jahren: Kraftstoff für das Auto wird von Woche zu Woche teurer und beim Tanken mutiert das Portemonnaie regelmäßig zum „Zwiebelleder“. Dies gilt nicht nur für normales Benzin oder Super sondern auch für den Dieselkraftstoff.
In den letzten zehn Jahren von 2001 bis 2011 stiegen die Dieselpreise in Deutschland rasant an. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes kostete ein Hektoliter Diesel 2001 durchschnittlich 67,58  Euro. Im vergangenen Jahr 2010 waren es bereits 97,17 Euro. Die Preisspitze lag allerdings mit 107,54 Euro je hl im Jahre 2008. Es folgte darauf ein kurzer Preiseinbruch, der der Finanz- beziehungsweise der folgenden Wirtschaftskrise geschuldet war.
Die Höhe des Dieselpreises für den Endverbraucher setzt sich im Großen und Ganzen aus zwei Faktoren zusammen: zum einen aus dem globalen Erdölpreis und zum anderen aus der Höhe von Abgaben und Steuern an den deutschen Staat.

Der internationale Erdölmarkt
Die Mineralöl- und damit auch die Dieselpreise in Deutschland richten sich maßgeblich nach dem Preisniveau des Rohölmarktes in Rotterdam. Die dortigen Spotmarkt-Preise verhalten sich wiederum relativ zu den Oil Future Notierungen an den Börsen in London und in New York. Dadurch sind die Preise stündlichen Schwankungen unterworfen und reagieren auch sehr sensibel in Bezug auf weltpolitische Ereignisse, welche die USA, die OPEC-Länder oder große Erdölimporteure wie China betreffen.
Zurzeit sind es vor allem die Unruhen und die politische Instabilität der nordafrikanischen Staaten, die den Preis nach oben treiben.

Abgaben und Steuern
Ist das Rohöl in Deutschland angekommen und fertig zu Diesel oder einem anderen Kraftstoff raffiniert, war es das noch lange nicht. Denn zu dem nun eigentlich feststehenden Dieselpreis kommen noch einige Steuern und Abgaben hinzu. Da wäre zunächst einmal die so genannte Umlage für die Beiträge zum Erdölbevorratungsverband. Dieser beträgt etwa 0,35 Cent je Liter Diesel. Hinzu kommt die Energiesteuer beziehungsweise Mineralölsteuer mit sage und schreibe 47 Cent je Liter. Schließlich wird darauf die Mehrwertsteuer von 19 Prozent gelegt. So entsteht am Ende ein Steueranteil von 56 Cent auf jeden Liter Dieselkraftstoff. Allerdings liegt der Steueranteil von Ottokraftstoff mit 78 Cent rund 22 Cent über dem Diesel.
Aus diesem relativ großen Steueranteil ergibt sich, dass die Dieselpreise in Deutschland im europäischen Vergleich nur von Dänemark übertroffen werden.