Episodischer und chronischer Spannungskopfschmerz

Eine Form von Spannungskopfschmerz ist die episodische Form, die in einzelnen Schüben auftritt. Die andere Form ist der chronische Typ.


Spannungskopschmerz ist nicht gleich Spannungskopschmerz. Auch hier lässt sich zwischen zwei unterschiedlichen Arten unterscheiden.

Episodisch
Die episodische Form des Spannungskopfschmerz´ zeichnet sich durch stunden- oder tageweises Auftreten aus. Zwischen diesen Phasen leiden die Patienten nicht unter Kopfschmerzen. Die Dauer des Kopfschmerzes ist bei den Patienten sehr unterschiedlich ausgeprägt. So kann eine einzelne Attacke 30 Minuten dauern oder sich über sieben Tage erstrecken. Um den immer wiederkehrenden Verlauf zu dokumentieren, müssen für die Kopfschmerzdiagnose zehn zeitlich abgesetzte Episoden erkannt werden. Pro Monat tritt diese Art von Kopfschmerz weniger als 15 Tage auf, demnach bestehen jährlich weniger als 180 Kopfschmerztage. Die Schmerzen äußern sich in der Regel pressend und ziehend. Meistens treten sie auf beiden Seiten des Kopfes auf, seltener nur einseitig. Grundsätzlich können die Schmerzen überall am Kopf auftauchen. In einigen Fällen beobachteten Patienten ein „Umherziehen“ der Kopfschmerzen, sodass eine Lokalisierung nur schwer möglich war. Die Intensität der Kopfschmerzen wird bei den meisten Patienten als leicht bis mittelstark wahrgenommen. Pulsierender Schmerz, wie das An- und Abschwellen des Pulsschlags bei der Migräne, ist beim episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp jedoch nicht der Fall.

Bisher wurde bei Patienten des episodischen Spannungskopfschmerzes oft beobachtet, dass sich der Schmerz vom Halsansatz im Nackenbereich über den Hinterkopf bis vorne zur Stirn und schließlich zu den Augen ausbreitet. Häufig bringen Patienten diese Beschwerden mit einer typischen Geste – der „Helmabstreif-Bewegung“ – zum Ausdruck. Beschrieben wird das Leiden meistens als eng anliegendes, drückendes Band um den Kopf oder schlicht als lastendes Gewicht auf demselbigen. Wiederum andere Menschen vergleichen den Schmerz mit einem zu engen Hut (Helm) oder dem Gefühl, als würde ihr Kopf in einer Klammer stecken. Nicht selten werden die eigentlichen Schmerzen nicht als Schmerz, sondern als leeres, dumpfes Gefühl oder Druck im Kopf bezeichnet.

Chronisch
Wer unter chronischen Kopfschmerzen leidet, bei dem ist wahrscheinlich die Schmerzschwelle des Körpers verringert. Das heißt, dass gewöhnlich nicht schmerzverursachende Reize bei den Patienten für Kopfschmerzen sorgen. Von chronischem Spannungskopfschmerz ist die Rede, wenn die Schmerzen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten mit jeweils wenigstens 15 Tagen pro Monat auftreten. Die Kopfbeschwerden äußern sich häufig drückend bis ziehend, jedoch nicht pulsierend. Gewöhnlich treten die Schmerzen beidseitig auf. Sie sind gleichbleibend und werden nicht durch zum Beispiel körperliche Aktivität zusätzlich verstärkt. Zu den weiteren Symptomen zählen zusätzlich Übelkeit sowie Licht- und Lärmüberempfindlichkeit. Jedoch tritt von diesen Begleiterscheinungen maximal eine auf und nicht zwei oder alle drei zugleich. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Attackendauer des chronischen Spannungskopfschmerzes nicht festgelegt ist, also der Schmerz auch permanent bestehen kann.