Hormonstörungen, genau wie Nierenversagen und Dialysebehandlungen, senken den Testosteronspiegel extrem ab. Doch für den Sexualtrieb ist Testosteron, also das männliche Geschlechtshormon, extrem wichtig: Unter anderem ist es für die Ausbildung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale nötig, außerdem hat es einen großen Anteil daran, wie sehr man sexuelle Lust empfindet. Doch auch andere Hormone haben Einfluss auf eine Erektionsstörung, unter anderem Serotonin, Dopamin, Oxytocin, Vasopressin, DHEA (das Nebennierenhormon), LH-RH und das Wachstumshormon (GH). Ist der Hormonspiegel also verändert, hat das direkte Auswirkungen auf die männliche Sexualität. Doch die Hormonstörung lässt sich in den meisten Fällen gut diagnostizieren und behandeln, überwinden Sie also Ihre Scheu und lassen Sie sich von einem Urologen beraten.
Das Alter ist Schuld
Sind Hormone Schuld an den Erektionsstörungen, muss nicht unbedingt eine Erkrankung vorliegen. Ab etwa dem 40. Lebensjahr nimmt die Ausschüttung der Geschlechtshormone, insbesondere die des Testosterons deutlich ab. Bei manchen Männern beginnt dieser Prozess schon mit etwa 35 Jahren, bei anderen jedoch erst mit 65. Die Hormone nehmen circa 30 bis 80 Prozent ab, dadurch vermindert sich auch die Spermienproduktion.
Ungesunde Lebensweise
Weiter verknapppt wird das Testosteron durch ungünstige Faktoren wie Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht oder die Einnahme verschiedener Medikamente. Deshalb werden bei einer ärztlichen Untersuchung der Impotenz neben dem Blutzucker und dem Cholesterin auch die Hormone gestestet. Sind die Blutfettwerte Schuld an einer Erektionsstörung kann indirekt dafür auch das mangelnde Testosteron verantwortlich sein. Denn das hat Auswirkungen auf den Blutfettspiegel. Sinken die Hormone ab, verändert das die Blutfettwerte äußerst ungünstig.
Ein gestörter Sexualtrieb tritt fast immer auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf.
Und nun?
Liegt die erektile Dysfunktion in Hormonstörungen begründet, muss man nicht verzweifeln. Es besteht die Möglichkeit einer Hormontherapie. Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollends gesichert, ob die Nebenwirkungen möglicherweise gefährlich sind: Der genaue Zusammenhang zwischen den Veränderungen des Hormonspiegels und einem möglichen kardiovaskulären Risiko ist noch nicht endgültig geklärt.