Erkältungen am Arbeitsplatz - Mit Erkältung zur Arbeit?

Wer gegen hartnäckige Erkältungsviren kämpft, fragt sich oft, ob er mit Erkältung zur Arbeit gehen soll oder nicht? Wir verraten Ihnen, wie Sie sich am besten verhalten.


Die Deutschen sind nicht zimperlich, denn wie Umfragen zeigen, schleppt sich jeder Zweite mit Erkältung zur Arbeit. Die Gründe für diese hohe, nicht einmal durch Krankheit erschütterliche Arbeitsbereitschaft sind überaus vielfältig. Viele haben Angst um den Job oder es ist schlicht nicht genügend Personal vorhanden, um das Arbeitspensum durch andere Mitarbeiter aufzufangen.

Zur Arbeit oder nicht?
Grundsätzlich ist es eine individuelle Entscheidung, ob Sie mit einer Erkältung Ihren Arbeitsplatz aufsuchen oder nicht. Wirklich abnehmen kann Ihnen diese Entscheidung niemand. Sie sollten aber bedenken, dass sich aus einer leichten Erkältung auch etwas Ernsthafteres entwickeln kann. Besonders, wenn Sie schwere körperliche Arbeit ausüben oder mit der Stimme arbeiten, sollten Sie erwägen, sich doch zu Hause auszukurieren. Wenn Sie unter Halsschmerzen leiden und dennoch weiter Ihren Beruf (Callcenter-Agent, Sänger, Schauspieler) ausüben, werden die Stimmbänder enormen Belastungen ausgesetzt, die schlimmstenfalls im Verlust der Stimme enden können.

Achten Sie darauf, dass Sie viel trinken. Über den Tag verteilt sollten es bis zu zwei Liter sein. Wenn die Beschwerden Sie in der Konzentration doch zu stark behindern, sollten Sie diese mit Mitteln aus der Apotheke unterdrücken.

Rücksicht auf die Kollegen nehmen
Wenn Sie sich entschließen, mit Erkältung zur Arbeit zu gehen, müssen Sie einige Verhaltensregeln beachten, um die Gesundheit Ihrer Kollegen nicht zu gefährden. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, sollten Sie die Heizung niedrig einstellen und regelmäßig stoßlüften. So wird die Virenanzahl deutlich vermindert. Auch die Klimaanlage sollte nicht zu hoch eingestellt sein. So bleiben nicht nur Ihre Schleimhäute, sondern auch die Ihrer Kollegen, feucht und somit widerstandsfähig gegenüber Viren. Darüber hinaus sollten Sie Ihren Kollegen nicht die Hand geben, zudem sollten Sie sich öfter als sonst die Hände waschen. Gegebenenfalls bietet es sich sogar an, die Türklinken zu desinfizieren.

Damit es nicht zu Spannungen mit Ihren Raumgenossen kommt, sollten Sie alle Maßnahmen vorher absprechen.

Rechtliches
Auch , wenn Sie von Ihrem Hausarzt krankgeschrieben werden, dürfen Sie weiterhin zur Arbeit gehen. Denn eine Krankschreibung ist nicht gleichbedeutend mit einem Arbeitsverbot. Sie stellt lediglich eine Bescheinigung für den Arbeitgeber und die Sozialversicherung dar.
Sollten Sie sich also entschließen, zu Hause zu bleiben, müssen Sie nicht den ganzen Tag im Bett verbringen. Auch Einkäufe sind – vom rechtlichen Standpunkt aus – durchaus erlaubt. Die von Ihrem Hausarzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bedeutet nicht, dass Sie sich einschränken müssen. Sie haben weiterhin das sogenannte Selbstbestimmungsrecht, das es Ihnen erlaubt, sich trotz Krankheit um die grundlegenden Bedürfnisse zu kümmern. Des Weiteren müssen Sie auch nicht am Telefon ausharren, etwa weil Sie glauben, ständig für Kontrollanrufe seitens Ihres Arbeitgebers erreichbar sein zu müssen. Anders sieht es hingegen mit wichtigen Unterlagen oder Schlüsseln aus, ohne die wichtige Betriebsabläufe gefährdet wären. Diese müssen der Firma selbstverständlich überlassen und auf irgendeinem Weg zugeführt werden.