Erklärung der Translokation

Die Translokation ist das Austauschen von Chromosomenstücken – genetische Vielfalt aber auch ernsthafte Krankheiten können daraus entstehen.


Die Translokation ist ein Prozess, der während der Meiose passieren kann. Es wird zwischen verschiedenen Arten dieser chromosomalen Veränderungen unterschieden: Denen, die an sich schon nachteilig für den Träger sind und denen, die erst in der Reproduktion oder bei der nächsten Generation einen möglicherweise negativen Effekt haben. In Ausnahmefällen können sich infolge einer solchen chromosomalen Veränderung sogar Krebszellen entwickeln.

Was ist Meiose?
Um den Prozess der Translokation zu verstehen, sollte der Begriff der Meiose klar sein. Meiose wird die Teilung des Zellkerns genannt, bei der im Unterschied zur gewöhnlichen Kernteilung, der Mitose, die Zahl der Chromosomen halbiert wird. Das Ziel der Meiose ist es, einen „halben“ Chromosomensatz zu produzieren, der sich dann mit dem „halben“ Chromosomensatz des anderen Elternteils (im Falle einer erfolgreichen Befruchtung) zu verbinden. Bei der Meiose findet normalerweise ein Austausch von Genen und Chromosomenstücken der beiden Elternteile statt, ein Prozess der Rekombination genannt wird. Dieser Mechanismus erklärt beispielsweise, warum ein Kind Merkmale von einem Großelternteil haben kann, welches das direkte Elternteil nicht zeigt. Bei der Rekombination handelt es sich um einen Austausch von homologen Chromosomenstücken, das bedeutet den Austausch von Stücken, die zueinander passen.

Was genau ist der Unterschied zwischen Translokation und Rekombination?
Bei der Rekombination handelt es sich um den Austausch von passenden Chromosomenstücken. Im Gegensatz dazu ist die Translokation gekennzeichnet durch das Austauschen von nicht zueinander passenden Chromosomenteilen. Um es zu veranschaulichen könnte man sagen, dass zum Beispiel die Augenfarbe gegen die Haarfarbe getauscht wird. Solange beide Informationen trotzdem noch vollständig vorhanden sind, kommt es im Normalfall zu keinen direkten Problemen durch die genetische Veränderung. In diesem Fall wird von einer balancierten Translokation gesprochen. In der nächsten Generation könnte es jedoch dazu kommen, dass eine Information doppelt und die andere gar nicht mehr vorhanden ist. Wenn der Austausch zum Verlust von Genen führt oder die Funktion von Genen verändert, kann dies auch direkt zu Problemen führen. Es kann eine spezielle Art von Down Syndrom entstehen oder die die Zellteilung-regulierenden Mechanismen könnten verändert werden, was zu Tumorwachstum führen kann. Es ist jedoch schwierig vorherzusagen, was in Folge einer Translokation geschehen kann, da der genetische Code des Menschen sehr komplex ist.