Ernährungsirrtümer - wahr oder falsch?

Hier haben wir für Sie die wichtigsten Ernährungsirrtümer aufgelistet...


Gerade im Volksmund werden viele Ernährungsirrtümer verbreitet. Manchmal ist sogar etwas Wahres dran, aber nicht immer sind sie richtig. Teilweise werden auf diese Weise auch haarsträubende Irrtümer verbreitet. Ganze Generationen von Kindern wurden mit Spinat gequält, da man lange Zeit glaubte, dass es sich bei dem Gemüse um einen besonders guten Eisenlieferanten handle. Zwar ist tatsächlich Eisen in Spinat erhalten, aber der bestimmte Wert wurde aus Versehen um eine Kommastelle erhöht und weißt längst nicht die hohe Konzentration des Spurenelementes auf, wie zunächst durch den Fehler vermutet. Zwar schadet es nicht, sein Kind mit Spinat zu füttern. Aber verglichen mit anderem Gemüse ist Spinat nicht als Eisenlieferant der Sonderklasse zu sehen.

Kein Wasser nach dem Naschen von Kirschen
Früher sollte man nach dem Verzehr von Kirschen kein Wasser trinken, da man sonst Bauchweh bekommen könnte. Dieser Rat, der zu früheren Zeiten durchaus eine Berechtigung hatte, stimmt heute nicht mehr. Denn das Trinkwasser hatte zu Omas Lebzeiten einen deutlich höheren Gehalt an Bakterien. Im Zusammenspiel mit Steinobst konnte es daher nach dem Genuss eines frischen Glas Wassers durchaus zu Magenschmerzen kommen. Da das Trinkwasser in Deutschland aber strengen Qualitätskontrollen unterliegt, ist dieser gut gemeinte Rat aus Großmutters Zeiten nicht mehr relevant und gehört somit zu unseren Ernährungsirrtümern.

 
Frisches Gemüse vitaminreicher als Tiefkühlkost?
In der Regel ist frisches Gemüse, am besten vom Biobauern oder auf dem Markt gekauft, gesund. Sie machen also nichts falsch. Dennoch kann die Vitaminbombe vom Feld durch aus mit tiefgefrorenem Gemüse konkurrieren. Denn Untersuchungen im Labor zeigten, dass schockgefrorenes Gemüse, dass direkt nach der Ernte eingefroren wurde, einen höheren Vitamingehalt aufweißt. Es hat sich gezeigt, dass es sich bei der Methode des Schockfrierens um eine sehr vitaminschonende Konservierungsart handelt. Da manche Vitamine sowohl licht- als auch luftempfindlich sind, ist der Gehalt an Vitaminen bei frischem Gemüse, das bis zum Verkauf wenige Tage gelagert wurde, doch niedriger als bei der Konkurrenz aus der Tiefkühltruhe. Gesund ist beides, also können Sie hier sowohl geschmackliche als auch Bequemlichkeitskriterien entscheiden lassen.

 

Brot nicht direkt nach dem Backen verzehren?
Frisches, noch warmes Brot ist für manche Menschen eine absolute Delikatesse. Früher wurde aber vor dem Verzehr von backofenfrischem Brot gewarnt. Eventuell kann frisches Brot Blähungen erzeugen, aber gesundheitliche Schäden sind nicht zu befürchten.

Lässt Salz den Blutdruck ansteigen?
Diese Behauptung hat sich im Laufe der Zeit als falsch ergeben. Früher glaubte man, dass Salz ein Mitverursacher für zu hohen Blutdruck wäre. Untersuchungen zeigten, dass das Mineral keinerlei Auswirkungen auf den Anstieg des Blutzuckerspiegels hat. Allerdings gibt es tatsächlich manche Menschen, die sehr salzempfindlich reagieren. Bei ihnen steigt der Blutdruck tatsächlich an, wenn sie zu viel Salz essen. Salzempfindlichkeiten sind aber eher die Ausnahme und bei einem gesunden Menschen hat der Verzehr von Kochsalz keine negativen Einflüsse auf den Blutdruck.

Rohkost über alles?
Der Verzehr von frischem, unzubereitetem Gemüse galt lange Zeit als gesund und wurde zu den Trendsettern moderner Ernährungsweisen. Die Vorteile von Rohkost liegen auf der Hand, sie sind kalorienarm und ein wichtiger Vitamin- und Mineralstofflieferant. Wenn Sie nun aber im Übereifer planen, Ihre Ernährung völlig auf Rohkost umstellen, schießen Sie ein wenig über das Ziel hinaus. Denn Rohkost ist nicht immer leicht verdaulich. Der Magen-Darmtrakt reagiert mit Blähungen und anderen belastenden Verdauungsstörungen. Außerdem gibt es manche Nahrungselemente, die in zubereiteter Form, zum Beispiel gekocht, besser vom Organismus aufgenommen werden können. Bei der Resorption von Beta-Carotin aus Tomaten oder Karotten ist dies der Fall.

Kann man auch zu viele Vitamine zu sich nehmen? 
Zu viele Vitamine können durchaus krank machen. Nämlich dann, wenn es sich um fettlösliche Vitamine handelt. Man spricht hier von einer Hypervitaminose. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören die Vitamine A, D, E, K, die im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen, wie zum Beispiel Vitamin C, nicht über den Urin ausgeschieden werden können. Als Folge einer Hypervitaminose kann es zu unangenehmen Nebeneffekten kommen. Deswegen sollten Sie Lebensmittel, die zusätzliche Vitamine enthalten, nur mit Vorsicht genießen. In der Regel nimmt der Körper heutzutage bei einer gesunden Ernährungsweise ausreichend Vitamine zu sich. Deswegen sollten Sie auf solche Produkte verzichten. Also: Das ist keiner der Ernährungsirrtümer.