Erneuerbare Energien: Das Wärmegesetz

Das Wärmegesetz schreibt es vor: Eigentümer müssen bei neuen Gebäuden erneuerbare Energien nutzen. So sollen Treibhausgase reduziert werden.


Das Ziel der Bundesregierung ist klar definiert: Spätestens im Jahr 2020 sollen 14 Prozent der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen. So soll der Ausstoß der schädlichen Treibhausgase reduziert und Ressourcen geschont werden, Derzeit liegt der Anteil jedoch noch bei etwa sechs Prozent. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, ist das Wärmegesetz erlassen worden. Hier erfahren Sie die wichtigsten Punkte.

Nutzungspflicht
Jeder Eigentümer eines neu gebauten Gebäudes ist ab dem 1. Januar 2009 verpflichtet, erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung zu nutzen. Dies trifft auf alle Eigentümer, egal ob Private, Staat oder Wirtschaft zu. Dabei kann jede Form von erneuerbaren Energien genutzt werden, auch Kombinationen sind möglich. Eigentümer haben also die Wahl zwischen solarer Strahlungsenergie, Geothermie, Umweltwärme oder Biomasse.
Auch andere klimaschonende Maßnahmen sind möglich, zum Beispiel kann man sein Haus stärker dämmen, Wärme aus Fernwärmenetzen oder aus Kraft-Wärme-Kopplungen beziehen. Dabei müssen aber mindestens 15 Prozent des Energiebedarfs verringert werden.

Finanzielle Förderung
Die Nutzung erneuerbarer Energien wird mit einem Marktanreizprogramm finanziell gefördert. Die Förderung umfasst in etwa 500 Millionen Euro pro Jahr, sie gibt Investoren Planungssicherheit.
Durch das Wärmegesetz wird auch der Ausbau von Wärmenetzen erleichtert. Kommunen können den Anschluss und die Nutzung eines Wärmenetzes nun vorschreiben.

Schluss mit fossilen Brennstoffen!
Auch wenn der Einsatz von erneuerbaren Energien zuerst ein wenig mehr Kapital verlangt, zahlt sich die Investition schnell aus. Eigentümer haben schließlich den Vorteil, unabhängig von der Preisentwicklung fossiler Energieträger zu sein – ob nun durch Solaranlagen, Wärmepumpen, oder Biomasseheizungen.

Thermische Solaranlagen
In den warmen Monaten liefert eine Solaranlage genug Energie um den Trinkwasserbedarf eines Hauses zu decken. Ist die Anlage größer, kann sie auch Raumwärme mitabdecken, allerdings ist immer ein ergänzendes Heizsystem nötig. Die Kosten belaufen sich auf etwa 4.000 Euro, die Kollektorfläche bei einem Einfamilienhaus sollte etwa vier Prozent der Nutzfläche entsprechen, das wären bei 150 Quadratmetern sechs Quadratmeter Kollektoren. Solaranlagen müssen mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs decken.

Holzheizung
Hier wird mit Holzpellets, also Restholz, das zu Stäbchen gepresst ist, geheizt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der fast CO2-neutral verbrennt. Mindestens 50 Prozent der Wärme muss durch die Holzheizung gedeckt werden,

Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe nutzt die Umgebungswärme des Erdreichs, des Wassers und der Luft. Mindestens die Hälfte des Wärmebedarfs muss über die Wärmepumpe gedeckt werden, sie ist besonders sinnvoll in gut gedämmten Gebäuden, da der Stromverbracuh der Pumpe dann niedriger ist.