Erste Hilfe - Brustschmerzen können tödlich enden

Wenn sich nach der Erstdiagnose der Verdacht auf eine Angina Pectoris verstärkt hat, sollte der medizinische Laie unbedingt und unmittelbar ärztlichen Beistand aufsuchen


Brustschmerzen können harmloser Natur sein. Angstzustände, Muskelkater, Reizmagen – all dies sind Ursachen für Schmerzen im Brustbereich. Manchmal werden Brustschmerzen aber auch durch Herzprobleme verursacht. Diese können durch Verengung der Herzkranzgefäße entstehen. Der Mediziner nennt das eine Angina Pectoris. Durch allgemeine Arteriosklerose, also Verstopfungen in den Arterien, kommt es

 

zu Unterversorgungen des Herzmuskels. Es gibt davon eine harmlosere und eine lebensbedrohliche Form. Die Unterscheidung muss aber immer ein Arzt treffen.

Was tun bei akuten Brustschmerzen?
Die erste Frage die man als Geschehensbeteiligter dem Betroffenen stellen sollte ist, ob er wegen Herzbeschwerden in ärztlicher Behandlung ist. Des weiteren sollte man sich den Schmerz beschreiben lassen. Ein auf der linken Seite sitzender Schmerz mit Ausstrahlung in die Schulter erhärtet den Verdacht auf eine Angina Pectoris Erkrankung. Eine wichtige Randinformation ist, ob der Anfall nach körperlicher Belastung oder aus einer Ruhelage heraus entstanden ist. Letzteres bedeutet einen kritischeren Zustand.

Stabile Seitenlage bei Angina Pectoris Anfall
Wenn sich nach der Erstdiagnose der Verdacht auf eine Angina Pectoris verstärkt hat, sollte der medizinische Laie unbedingt und unmittelbar ärztlichen Beistand aufsuchen. Sollte man selbst betroffen sein, so bittet man um Hilfe. Auf keinem Fall sollte man aus diesen Gründen alleine oder gar per Auto zu einem Arzt fahren. Speziell bei einem aus der Ruhe heraus entstanden Anfall verstärken sich durch körperliche Belastung oder aber durch Temperaturschwankungen die Symptome. Man muss den Zustand des Patienten kritisch beurteilen, beengende Kleidung entfernen und Belastungen jeglicher Art reduzieren. Auch die Überführung des Patienten in die stabile Seitenlage ist angezeigt, so wie im Erste-Hilfe Kurs gelernt. Da auch psychologische Effekte eine Rolle spielen, muss man beruhigend auf den Patienten einreden. Sollte der Patient schon in längerer Behandlung sein, eventuell mit der Diagnose „Stabile Angina Pectoris“, so verfügt er meistens über ein Nitrospray. Dieses verabreiche man dem Patienten unter weiterer Beobachtung. Es sollte möglichst ein Arzt gerufen werden. Für ihn ist es auch relevant, ob öfter aus der Ruhe heraus Anfälle eingetreten sind und wann dies zuletzt der Fall war. Daraus kann man die Gefährdung des Patienten ablesen.

Ist es ein Herzinfarkt?
Sollte sich ein Herzinfarkt entwickeln, so traten zu den Symptomen noch Übelkeit und Erbrechen auf. Der Schmerz tritt scharf auf, häufig begleitet von Angstgefühl und Schweißausbrüchen. Zudem können Bewusstseinstrübungen auftreten. Hierbei ist eines oder mehrere der drei wesentlichen Koronargefäße verschlossen. Dadurch ist die Versorgung des Muskels unterbrochen und Muskelgewebe stirbt ab. Bis der Muskel abstirbt, hat man etwas Zeit, aber nicht sehr viel. Innerhalb von vier Stunden muss die Gefäßverstopfung beseitigt sein, ansonsten stirbt das an das Gefäß angeschlossene Herzmuskelstück ab. Die Gefahr für das Leben bei einem akuten Anfall aus der Ruhe heraus oder bei einem Herzinfarkt ist enorm. Bis zu 50 Prozent der Personen, die anfangs einen Herzinfarkt überlebt haben, sterben innerhalb von vier Wochen nach dem Ereignis entweder an Herzinsuffizienz oder aber an einem zweiten Infarkt.


Diagnose nach Erstversorgung
Deswegen ist nach der Erstversorgung und nachdem es dem Patienten besser geht, immer auch ärztlicher Rat angesagt. Erst die klinische Analyse lässt zweifelsohne sagen, ob Muskelgewebe Schaden genommen hat, oder ob es sich „nur“ um einen akuten Herzanfall handelt. Eventuell reichen Medikamente zur Blutverflüssigung, gegebenenfalls muss man operativ einschreiten.

Vorbeugung nach dem ersten Anfall
Die Ursachen für die Verengung der Herzkranzgefäße sind mannigfaltig. Die zunehmende Verfettung der Gesellschaft spiegelt sich hier wieder. Zuckerkrankheit (Diabetes), Rauchen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sind zusammenwirkende Ursachen, die auch auf die Herzkranzgefäße fatale Auswirkungen haben. Diabetes greift zusätzlich Nervengewebe an, sodass Schmerzen nicht oder nicht in ihrem vollem Umfang wahrgenommen werden.
Wenn die Diagnose „Angina Pectoris“ gestellt ist, hilft dennoch eine geänderte Lebensweise um mit der Diagnose langfristig weiterleben zu können. Ernährungsumstellung, viel sportliche Aktivität und der Verzicht auf Nikotin, sind grundlegende Maßnahmen. Besonders Raucher sollten sich den Griff zur Zigarette zweimal überlegen, denn die durch den Teer verursachten Ablagerungen verengen die ohnehin geschädigten Gefäße um ein weiteres.