Erstes Handy - Was sollten Eltern beachten?

Ein erstes Handy? Das Thema Kinder und Handys ist in vielen Familien ein Streitpunkt. Viele Kinder nutzen die Möglichkeit eines Handys aus und verschicken unnnötig viele SMS. Bei einigen Anbietern besteht die Möglichkeit durch die Eltern ein Limit einzurichten


Das Handy hat längst Einzug in deutsche Kindergärten gehalten. Kinder aller Altersgruppen telefonieren oder verschicken Textnachrichten. Das Mobiltelefon stellt eine wichtige Abgrenzung zum Elternhaus dar. Zum ersten Mal in ihrem Leben gehören Kinder zu einer Gruppe. Sie treffen sich mit Gleichaltrigen und pflegen soziale Kontakte. Das Handy nimmt in der Wahrung gesellschaftlicher Pflichten einen hohen Stellenwert ein.

Erstes Handy? Nur mit Zustimmung der Eltern
Was ist aber zu beachten, wenn Eltern und Kind zu der Entscheidung gelangen, dass ein Handy gekauft werden soll? In Deutschland dürfen Kinder unter 18 Jahren nur mit der Zustimmung ihrer Eltern ein Mobiltelefon kaufen. Ob es sich dabei um ein Vertrags- oder Prepaidhandy handelt, ist nebensächlich. Die Ausgaben sollten besonders bei Handyneulingen im Blickpunkt elterlichen Interesses liegen. Die so genannte „Juniorkarte“ ermöglicht es, Eltern wie Kindern gleichermaßen, die Kosten genau zu verfolgen. Verschiedene Anbieter, darunter Vodafone und E-plus, haben diese in ihrem Angebot. Hierbei legen die Eltern das monatliche Guthaben, ähnlich wie beim Taschengeld, im Voraus fest.

Teure Nummern sperren
Bestimmte Nummern, etwa teure 0190er Anbieter können gesperrt werden und sind so für die Kinder nicht mehr wählbar. Das Wichtigste aber ist eine funktionierende Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Erhält der neue Handynutzer eine Textnachricht von einem ihm unbekannten Teilnehmer, sollten Sie ihrem Kind erklären, was es damit auf sich hat. Professionelle „Kommunikationsagenten“ sind darauf spezialisiert, besonders unerfahrene Kinder zu einem langen und teuren SMS Gespräch zu verleiten.

Soziale Kompetenz
Doch die Kostenkontrolle ist nur ein wichtiges Element, das bei dem Erwerb eines Mobiltelefons für ihr Kind zu beachten ist. Eltern sollten ihrem Kind vor allem soziale Kompetenz vermitteln, es die Fertigkeit lehren, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, damit das Handy nicht zum Instrument falscher Werte wird.

Happy Slapping und Co.
In den Medien wird vermehrt vom so genannten „happy slapping“ berichtet. Hierbei werden Mitschüler verprügelt und dabei gefilmt. In Schulen wird das mobile Telefon zunehmend missbraucht, um Mitschüler zu quälen. Man spricht vom „E-bullying“, wenn Klassenkameraden mit Textnachrichten oder Fotobotschaften beleidigt werden. An einigen bayerischen Schulen haben diese Besorgnis erregenden Entwicklungen sogar dazu geführt, dass Handys ganz verboten wurden.  Selbstgedrehte Gewaltvideos oder der erste Handyfilm „Kill your darling“ tragen nicht dazu bei, dass Eltern ihre Ängste im Bezug auf das Mobiltelefon abbauen. Aber Erziehungsberechtigte werden in ihren Sorgen nicht allein gelassen. Auf der Didacta 2007, einer Veranstaltungsreihe des Informationszentrums für Mobilfunk e.V. (IZMF) wird Eltern gelehrt, wie sie und ihre Kinder verantwortungsvoll mit dem Handy umgehen. Hier soll Kindern und Jugendlichen geholfen werden, ihre Medienkompetenz auszuweiten, denn sie gehört zum „Basiswissen kommender Generationen“, wie die Geschäftsführerin des IZMF, Dagmar Wiebusch, erklärt.

Erstes Handy: Wissenschaftlicher Ehrgeiz
Ein Beispiel zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass das Handy auch wissenschaftlichen Ehrgeiz fördern kann. In diesem Jahr erhielt ein 16jähriger Schüler aus dem Saarland den Sonderpreis des „Jugend forscht“ Wettbewerbs. Er hatte sich mit der Funktionsweise des Handys auseinander gesetzt.