Eselsbrücken - trockenen Fußes zur Lösung

Eselsbrücken ist eine der besten Merktechniken und von Schulkindern heiß geliebt.


Jeder kennt sie noch aus Schulzeiten, wo sie sich bei den Lehrern besonderer Beliebtheit erfreuten. Und das zu Recht, denn Eselsbrücken packen umständliche und komplizierte Regeln in lustig klingende Verse. Dinge wie “he, she, it – das s muss mit” oder “wer nämlich schreibt mit h ist dämlich ganz und gar” sind nur zwei einer mannigfaltigen Liste an Eselsbrücken.

Die Akustik bringts
Eselsbrücken sind aber keine Kinderspielerei, sondern gehören ebenso zu den Mnemotechniken wie die Zahlenkodierung oder die Buchstabentechnik. Auch bei den korrekt bezeichneten Merksätzen wird die assoziative Denkweise des Gehirns genutzt. Daher sind Sätze, die sich durch einen skurilen Inhalt auszeichnen, eher auf den visuellen Part des Gehirns gestützt. Sätze, die sich reimen, eher auf den akustischen Teil. Eselsbrücken stützen sich also meist auf unser Gehör. Wer reimt, weiß also mehr!

Für sture Esel
Doch woher kommt der Ausdruck Eselsbrücke? Tatsächlich ist dieser Ausdruck schon sehr alt und stammt aus der Zeit, als die Menschen noch vermehrt mit Eseln und Karren unterwegs waren. Leider sind Esel schon seit jeher sehr sture Tiere und man konnte sie oft nicht dazu bewegen durch Wasser zu waten, auch wenn das Wasser ihnen nur bis knapp über das Horn der Hufe gereicht hätte. Esel aber sind misstrauisch – die spiegelnde Oberfläche des Wassers sagt ihnen nicht wie tief das Wasser tatsächlich ist. Aus Angst davor, dass es doch sehr tief sein könnte, sind die Tiere nicht ins Wasser zu bewegen. Um diesem Problem damals Abhilfe zu schaffen, hat man sich Konstruktionen ausgedacht: kleine Brücken, die die Esel trockenen Hufes auf die anderen Seite bringen. Solche baulichen Maßnahmen waren natürlich umständlicher als mit dem Tier direkt hinüber zu gehen. Da letzteres aber um einiges länger gedauert hätte, waren doch die Brücken die bessere Lösung. Genauso geht es auch mit den gedanklichen Eselsbrücken. Das direkte Wissen über einen Sachverhalt würde schneller zum Ziel führen, wenn der Zugang aber verbaut ist, sind Eselsbrücken der direkte Weg.

Immer sicher über die Brücke
Ein weiterer Fakt über die realen Brücken für Esel und die mentalen Eselsbrücken stimmen überein. Weil eben Esel sehr sture und misstrauische Tiere sind, sind sie auch nur auf die Brücken gegangen, wenn diese auch wirklich zu 100 Prozent fest waren. Ein Esel, der die Vermutung hatte, dass die Brücke sein Gewicht und die des Wagens nicht aushält, hätte diese nie betreten. Auch Eselsbrücken sind so sicher, wie die realen Brücken es damals sein mussten. Wer sich an eine Eselsbrücke hält, läuft keine Gefahr in der Klassenarbeit zu versagen.