Essstörungen: Ab in die Klinik

Es existieren noch weitere Formen Essstörungen in einer Klinik zu therapieren. Je nach Persönlichkeit des Patienten werden diese Formen angewandt. Hinzu kommen eventuell Behandlungen von Begleiterkrankungen. Im Notfall wird eine Zwangsbehandlung durchgeführt.


Es gibt noch viele weitere Therapieformen, die angewendet werden können, um Essstörungen zu behandeln. In der Maltherapie sollen zum Beispiel Gefühle durch künstlerische Gestaltung ausgedrückt werden. Eine bessere Einschätzung der eigenen Figur sowie die allmähliche Akzeptanz derselben wird in der Tanz- und Bewegungstherapie vermittelt. Eine medikamentöse Behandlung hingegen hat bisher nur wenige, längerfristige Erfolge gezeigt. Als Ergänzung zu anderen Therapien kann sie aber, durch das Konstanthalten des Serotoninspiegels im Gehirn, eine Hilfestellung geben. Je nach Persönlichkeit und körperlicher Verfassung stehen weitere Therapiemöglichkeiten in einer Klinik zur Verfügung, die vom Therapeuten individuell zusammengestellt werden können.

 

Therapie von Begleiterkrankungen 
Essstörungen sind meistens nicht die einzigen psychischen Erkrankungen, an denen die Betroffenen leiden. Depressionen, Körperschemastörungen, Phobien oder das Borderline Syndrom können sowohl Ursachen als auch Folgen der Essstörungen sein. Eine genaue Analyse durch einen Psychotherapeuten ist sehr wichtig. Je nachdem, ob und welche anderen Störungen ermittelt werden, gehören verschiedene Verhaltens- und Psychotherapien zum Behandlungskonzept. Auch eine medikamentöse Behandlung kann bei diesen Krankheiten nötig werden.

Zwangsbehandlung – Sofortiges Handeln rettet Leben

Werden Essstörungen lebensbedrohlich, können Betroffene in eine Klinik  oder in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden, wo sie zwangsernährt werden. Dies ist allerdings nur bei akuter Gefahr für das Leben - ab einem BMI von 14 - möglich und sinnvoll. Einige Ärzte und Einrichtungen setzten einen Mindest-BMI voraus, damit eine Therapie überhaupt begonnen werden kann. Der Grund dafür ist die zurzeit noch geltende Meinung, dass ein Mindestgewicht nötig ist, um der Therapie geistig folgen zu können. Das Gehirn benötigt Energie, um richtig arbeiten zu können. Bei starkem Untergewicht ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen nicht mehr gewährleistet. Vor allem leidet darunter die Konzentrationsfähigkeit der Betroffenen. Auch muss das große Hungergefühl der Patienten bekämpft werden. Hunger hat starke Auswirkungen auf das Verhalten von Menschen. Sie sind häufig nicht mehr fähig rational zu denken und können sogar Psychosen entwickeln. Dieser Mindest-BMI variiert von Klinik zu Klinik stark. Häufig liegt er bei 13, kann aber auch deutlich höher angesetzt sein. Wird er unterschritten, wird die Aufnahme in eine Therapie verweigert oder, wenn nötig, eine Zwangsernährung angeordnet.