Essstörungen: Co-Abhängigkeit vermeiden

Angehörige der von Essstörungen Betroffenen geraten schnell in eine Co-Abhängigkeit. Passen Sie auf, dass Sie sich nicht selbst aufgeben und ebenfalls erkranken.


Sie können den Betroffenen von Essstörungen zur Seite stehen. Sie dürfen sich dabei aber nicht aufgeben sondern müssen ihr Leben weiterleben. Im Prinzip können sie den Essgestörten nicht wirklich helfen und schon gar nicht die Krankheit heilen. Die Erkrankten müssen den Willen zu einer Therapie selbst aufbringen. Angehörige können ihnen dabei lediglich eine Hilfestellung geben. Sie sollten aber nicht ihr ganzes Leben auf die Betroffenen ausrichten. Gehen Sie weiterhin Ihren Hobbys nach, treffen Sie Freunde, verabreden Sie sich zu einem gemeinsamen Mahl.
In Gesprächen mit betroffenen Angehörigen müssen Sie versuchen, neben der Erkrankung auch andere Themen zuzulassen. Tauschen Sie sich über die Wünsche, Träume und Zukunftspläne miteinander aus, aber vernachlässigen Sie dabei auch Ihre eigene Gefühlswelt nicht.
Angehörige geraten allerdings sehr häufig in eine Co-Abhängigkeit zu den Erkrankten. Sie wollen die Betroffenen mit allen Mitteln vor sich selbst retten und versuchen sie zu manipulieren. Dieses ist der falsche Weg, der dem Betroffenen nicht hilft. Im Gegenteil: Die Krankheit verstärkt sich, nun benötigt auch das Umfeld psychologische Hilfe.

Co-Abhängigkeit
Die Co-Abhängigkeit ist eine psychische Krankheit, die häufig bei Angehörigen von Süchtigen zu beobachten ist. Die Personen geben ihr ganzes Leben auf und machen ihr Wohlbefinden und ihr Selbstwertgefühl von anderen abhängig. Sie wollen andere “retten“, die sie aber nicht retten können. Oft trifft diese Krankheit Menschen aus gestörten Familienverhältnissen. Co-Abhängige haben oft ein geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen. Die neue Situation weckt in ihnen Verzweiflung, Angst, Versagensängste und Schuldgefühle. Ist die Lebensqualität stark gemindert, wird die Co-Abhängigkeit zu einer ernsthaften Erkrankung, die sogar mit Selbstmord enden kann. Häufiger sind psychische Begleiterkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen oder auch Essstörungen. Nicht selten werden Angehörige unter dem zunehmenden Druck helfen zu wollen alkohol- oder drogenabhängig. Um diesen Teufelkreis zu durchbrechen, sollten sich Angehörige schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt Hilfe in Selbsthilfegruppen suchen. Auch die bei Essstörungen oft angebotenen Familientherapien sollten unbedingt wahrgenommen werden, da hier auch die Angehörigen Hilfe erfahren. Ihre Rolle in der Familie, ihr Anteil an der Entstehung von Essstörungen aber auch ihre Möglichkeiten zur Hilfe werden hier aufgezeigt.