Essstörungen erkennen: Drogenmissbrauch

Nur bei genauerem Hinsehen lassen sich Essstörongen erkennen. Bei vielen Essgestörten ist auch ein Drogenmissbrauch zu erkennen. Sie nehmen Diätpillen oder Abführmittel ein, um schneller abnehmen zu können.


Für viele essgestörte Menschen ist das letzte Mittel um an ihre Ziele zu kommen der Drogenmissbrauch. Bulimiker und Magersüchtige missbrauchen Diätpillen und Abführmittel um ihr Wunschgewicht zu erreichen. Auch bei Anorexia athletica und dem Adoniskomplex (ebenfalls Essstörungen) werden neben solchen Präparaten auch vielfach illegale Dopingmittel wie Anabolika eingenommen. Bulimiker sind außerdem stark gefährdet, dem Missbrauch von Alkohol und Marihuana zu erliegen. Der, durch die Unterernährung ohnehin geschwächte Körper, wird von diesen Substanzen noch weiter geschädigt. Der Missbrauch von Diätpillen und Dopingmitteln kann sogar bis zum Tod führen.

Diätpillen
Es gibt drei Arten von Diätpillen: die Fatburner, die Appetitzügler und die Sattmacher. Die Fatburner sollen verhindern, dass das Fett aus der Nahrung vom Körper aufgenommen werden kann, sodass dieses unverdaut ausgeschieden wird. Die Fatburner deaktivieren dazu Enzyme (Lipasen), die das Fett im Magen spalten, damit es aufgenommen werden kann. Die Sattmacher enthalten Quellstoffe, welche sich im Magen ausdehnen und dem Gehirn so suggerieren, dass der Bauch bereits mit Nahrung voll sei und keinen Hunger meldet. Die Appetitzügler sollen verhindern, dass die Signale des Hungers überhaupt vom Gehirn wahrgenommen werden können. Hier findet oft eine Gewöhnung des Gehirns an die Wirkstoffe statt, sodass die Präparate nicht mehr wirken. Stiftung Warentest hat 16 Diätpillen untersucht und festgestellt, dass diese schwere Nebenwirkungen, wie Herzrhythmusstörungen und Depressionen hervorgerufen werden können. Von den meisten Diätpillen ist keine oder lediglich eine geringe Wirkung auf das Gewicht bekannt. Es wird dringend von der Verwendung solcher Präparate abgeraten. Auf jeden Fall sollte dabei immer ein Arzt hinzugezogen werden um Drogenmissbrauch zu verhinden.

 

Abführmittel
Abführmittel (Laxanzien) führen zu einer plötzlichen Darmentleerung. Auch hier gibt es drei Arten, die auf unterschiedliche Weise wirken. Der erste Typ erhöht die Konzentration von Wasser im Darm, sodass der Stuhl aufgeweicht wird. Durch die Ansammlung vom Wasser im Darm wird dessen Einlagerung im Körper verhindert. Ein kurzfristiger Gewichtsverlust wird möglich, der allerdings nur so lange anhält, bis das nächste Glas Wasser getrunken wird. Dann speichert der Körper die verloren gegangene Flüssigkeit sofort wieder ein. Die zweite Art der Laxanzien quillt im Darm auf und übt so einen Druck aus, der zur Darmentleerung führt. Die letzte Variante regt die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) an. Die Nahrung wird schneller aber nicht so effizient verdaut. Auch Abführmittel können bei Missbrauch über längere Zeit starke Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen und Darmlähmungen hervorrufen.Man sollte daher frühzeitig Essstörungen erkennen, um den Betroffenen einen weiteren Leidensweg zu ersparen und irreparable Schäden zu verhinden.