Essstörungen: Familientherapie

Leiden junge Mädchen unter Essstörungen ist eine Therpie im Familienverbund eine gute Wahl, da dort oft Gründe für eine Erkrankung zu finden sind. Lösungsmöglichkeiten bietet die Familientherapie.


Essstörungen sind meist Ausdruck für Probleme im engen Freundschafts- und Familienkreis. Bei jungen Mädchen, die noch bei den Eltern wohnen, wird daher oft eine Familientherapie vorgeschlagen. Deren Ansatz geht davon aus, dass in der Gruppe eine grundsätzliche Unstimmigkeit herrscht, die sich in der Krankheit einer Person manifestiert. Daher ist es nötig, die gesamte Familie mit einzubeziehen. Hier soll das Verständnis füreinander und die Kommunikation untereinander gefördert werden. Es werden die Probleme innerhalb der Familie, wie hoher Leistungsdruck, geringe Entfaltungsmöglichkeiten oder Beziehungsprobleme angesprochen und Gefühle der Mitglieder erforscht. Die Angehörigen sollen in der Therapie lernen mit Essstörungen und Essgestörten umzugehen und sich richtig zu verhalten. Mehr Anerkennung und Toleranz gegenüber den Betroffenen und deren Wünsche zu zeigen, steht im Vordergrund. Die Krankheit darf allerdings nicht permanent das Denken der Angehörigen füllen. Durch die zu große Bedeutung der Essstörung fühlt sich der/die Betroffene, teilweise unbewusst, in einer Machtposition gegenüber den Eltern und bekommt so die Anerkennung, welche er/sie vermisst. Eine Magersucht beispielsweise kann auf diesem Wege noch verstärkt werden. Die Empfehlung aus der Familientherapie lautet daher, bei einem gemeinsamen Essen nicht auf die Krankheit einzugehen. Außerhalb der Essenszeiten sollte man sich dagegen Zeit nehmen, um über Probleme zu sprechen. Beherzigt man diese Punkte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Therapie Erfolg hat.