Essstörungen: Hilfe finden

Hilfe bei Essstörungen können Betroffene und Angehörige bei Ärzten, Beratungsstellen und im Internet finden. Auch Krankenkassen stellen Informationen bereit.


Hat man das Bewusstsein darüber erlangt an Essstörungen erkrankt zu sein, ist es daran Hilfe zu finden. Erste Anlaufstelle bieten Beratungsstellen, Ärzte und Krankenkassen. Diese vermitteln Selbsthilfe- und Therapiegruppen.
Die „Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen“ und die „Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren“ bieten kostenlos Adressen von Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet an. Die örtlichen Krankenkassen- niederlassungen und Ärzte kann man im Telefonbuch nachschlagen.

Informationen im Internet
Immer mehr Angebote im Internet, in Form von Informationsseiten, Chats und Foren erreicht auch die Erkrankten, welche sich (noch) nicht trauen, in die Öffentlichkeit zu gehen. Der Verein Hungrig-Online e. V. bietet ausführliche Informationen zu den Essstörungen für Betroffene, Angehörige und Interessierte, Chats und Foren sowie Adressen und Informationen zu Therapien. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BzgA) bietet ein ausgiebiges Internetangebot mit Information, Beratung und verschiedenen Adressen von Ärzten und Beratungsstellen in ganz Deutschland an. Die Chats und Foren auf den Internetseiten sind im Allgemeinen kostenlos und anonym.

Andere Erkrankte treffen
Hilfe findet man bei Selbsthilfegruppen. Davon gibt es viele, die auf spezielle Foirmen von Essstörungen ausgelegt sind. Oft kommen in Selbsthilfegruppen Personen mit unterschiedlichen Erkrankungen zusammen und erzählen über ihre Erfahrungen, Ängste und Probleme. Der Austausch untereinander hilft vielen Betroffenen mit der Krankheit umzugehen und sie zu bewältigen. Sie erfahren Verständnis in den Gruppen und können ihr Selbstbewusstsein aufbauen, indem sie sich aktiv mit anderen Menschen auseinandersetzen müssen. Diese Gruppen sind nicht dafür da, die Krankheit zu heilen, sondern stellen eine Ergänzung zu einer Therapie dar. Bei leichten Fällen kann eine Selbsthilfegruppe genügen, das ist aber in den seltensten Fällen ausreichend. Menschen, die an Magersucht oder Bulimie leiden, sollten grundsätzlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Personen mit weiteren schweren seelischen Störungen, wie Psychosen (Realitätsverlust), einem ausgeprägten Borderline Syndrom oder Suizidgedanken, sollten nicht den Weg der Selbsthilfe wählen, sondern sich einem Arzt anvertrauen, da die Gruppen mit solchen Aufgaben überfordert werden.
Die Teilnehmerzahl sollte zwischen sechs und zwölf Personen liegen.

 

Krankenkasse übernimmt Anteil der Kosten
Die Treffen von Selbsthilfegruppen sind oft kostenlos, wenn sie privat oder durch Hilfsorganisationen veranstaltet werden. Bei einigen Gruppen können eventuell Kosten von circa zehn bis 15 Euro pro Person und Sitzung für einen Moderator, der die Gespräche anleitet, und die Räumlichkeiten anfallen. Diese Kosten werden teilweise von den Krankenkassen übernommen.
Die weltweite Selbsthilfegruppe Overeaters Anonymus (OA) ist für Menschen mit allen Arten von Essstörungen geeignet. Sie wurde 1960 in Amerika gegründet, ihr Therapiekonzept beruft sich auf den 12-Punkteplan der Anonymen Alkoholiker. Dieser besagt, dass man sich sein Problem eingestehen, an sich arbeiten und Wiedergutmachung leisten muss sowie zu Gott (welche Religion spielt keine Rolle) finden sollte. Die Gruppe bietet Online- und Telefonmeetings, aber auch persönliche Treffen an. Dabei gilt es, stets die Anonymität der Mitglieder zu bewahren. Da sie sich über Spenden finanziert, sind die Angebote weitgehend kostenlos.